Während Urolithin A zunehmend in wissenschaftlichen Studien untersucht wird, fehlt bislang eine offizielle Dosierungsempfehlung. Was bedeutet das für die Einnahme?
Hier erfährst du, welche Mengen bisher erforscht wurden, wie es um die Verträglichkeit steht und welche Rolle Granatapfel als natürliche Quelle für die Vorstufen von Urolithin A spielt.
Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste in Kürze
Keine offizielle Dosierungsempfehlung: Für Urolithin A gibt es bislang weder eine empfohlene Tagesdosis noch eine festgelegte Höchstmenge.
Dosierung in Studien: Untersucht wurden vor allem 500 bis 1.000 mg täglich über einen Zeitraum von bis zu vier Monaten.
Verträglichkeit: Die untersuchten Mengen wurden insgesamt gut vertragen. Zur langfristigen Einnahme fehlen jedoch ausreichende Daten.
Natürliche Quellen: Granatapfelsaftkonzentrat aus der ganzen Frucht kann reich an Ellagitanninen sein, aus denen Darmbakterien Urolithin A bilden können.
Urolithin A: Welche Dosierung ist sinnvoll?
Keine offiziellen Zufuhrempfehlungen: Für Urolithin A gibt es keine empfohlene Tagesdosis nach Art der Referenzwerte für Vitamine und Mineralstoffe. Für höhere Dosierungen als die untersuchten fehlen ausreichende Daten.
Welche Dosierungen wurden bisher untersucht?
In den bisherigen Studien erhielten Erwachsene überwiegend 500 oder 1.000 mg Urolithin A täglich. Die Einnahme erfolgte über einen Zeitraum von vier Wochen bis vier Monaten (1-6).
An den Studien nahmen unterschiedliche Personengruppen teil, darunter gesunde Erwachsene mittleren und höheren Alters, trainierte Sportler sowie Personen mit Herzschwäche. Die Untersuchungen liefern damit erste Erkenntnisse zur Einnahme von Urolithin A unter verschiedenen Voraussetzungen.
Worauf solltest du achten?
Die bisherigen Ergebnisse sprechen für eine gute Verträglichkeit der untersuchten Dosierungen. In klinischen Studien wurden 500 und 1.000 mg Urolithin A täglich insgesamt gut vertragen (1, 3). Ergänzend zeigte eine präklinische Studie auch bei der höchsten geprüften Dosis keine auffälligen Veränderungen (7).
Allerdings gibt es bei der Bewertung der Sicherheit noch einige Einschränkungen:
- Begrenzte Studiendauer: Die bisherigen klinischen Untersuchungen erstreckten sich über maximal vier Monate. Erkenntnisse zur langfristigen Einnahme fehlen.
- Teilweise kleine Teilnehmergruppen: Seltene Nebenwirkungen lassen sich dadurch nicht zuverlässig ausschließen (3, 6).
- Keine festgelegte Höchstmenge: Für höhere tägliche Dosierungen liegen bislang keine ausreichenden Daten vor, um ihre Sicherheit zuverlässig zu beurteilen.
Was bedeutet das für die tägliche Dosierung? Die bisher untersuchten Mengen von 500 bis 1.000 mg Urolithin A pro Tag bieten eine erste wissenschaftliche Orientierung. Sie stellen jedoch keine allgemeine Einnahmeempfehlung dar.
Was kann Urolithin A bewirken? Ein Blick auf die Forschung
Urolithin A wird aufgrund seiner möglichen Wirkung auf verschiedene Prozesse im Körper erforscht. Im Mittelpunkt steht dabei sein möglicher Einfluss auf die Mitochondrien, die für die Energieversorgung unserer Zellen verantwortlich sind (1, 2). Erste Untersuchungen beschäftigen sich unter anderem mit folgenden Bereichen:
- Muskelkraft und Ausdauer: Gemessen wurden Werte zur Muskelkraft und Muskelausdauer. Eindeutige Effekte auf die körperliche Leistungsfähigkeit konnten jedoch nicht nachgewiesen werden (2, 3, 5).
- Stoffwechsel: Untersucht wurden bestimmte Stoffwechselmarker und die Genaktivität im Muskelgewebe (1).
- Immunzellen: Untersucht wurden bestimmte Immunzellen. Ein gesundheitlicher Nutzen ist bislang nicht belegt (4).
- Prostata: Erste Laboruntersuchungen deuten auf mögliche Einflüsse auf Prostatazellen hin (8, 9).
Wie aussagekräftig sind die Ergebnisse?
Die bisherigen Studien sind vielversprechend, aber noch nicht ausreichend, um einen gesundheitlichen Nutzen sicher nachzuweisen. Entscheidend ist: Veränderungen einzelner Messwerte bedeuten nicht automatisch, dass sich die Gesundheit oder Leistungsfähigkeit im Alltag verbessert. Dafür sind weitere, größere und unabhängige Studien notwendig.
Doch muss Urolithin A überhaupt als Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden, oder lässt es sich auch über Lebensmittel wie Granatapfel aufnehmen?
Urolithin A aus Granatapfel: Funktioniert das?
Die bisherigen Studien untersuchten überwiegend Urolithin A als Nahrungsergänzungsmittel. Doch auch über die Ernährung lässt sich die körpereigene Bildung unterstützen. Eine besonders interessante Rolle spielt dabei der Granatapfel.
Granatäpfel enthalten Ellagitannine, natürliche Pflanzenstoffe aus der Gruppe der Polyphenole, die meisten davon in der Schale. Auch Walnüsse und bestimmte Beeren liefern diese Verbindungen. Im Darm werden Ellagitannine zunächst zu Ellagsäure abgebaut, aus der bestimmte Darmbakterien anschließend Urolithin A bilden können (10, 11). Mehr dazu: Urolithin A, wo es herkommt und was es kann.
Granatapfelsaft oder Nahrungsergänzungsmittel?
Granatapfelsaft ist eine natürliche Quelle für Ellagitannine. Nach einer Übersichtsarbeit liegt der Gesamtgehalt an Abbauprodukten dieser Ellagitannine, unter anderem Ellagsäure, bei rund 1.370 mg pro Liter (11). Ein Glas mit 200 ml enthält damit rechnerisch etwa 274 mg. Wie viel Urolithin A daraus entsteht, hängt von der Darmflora ab (13).
Granatapfelsaft aus der ganzen Frucht liefert neben den Vorstufen von Urolithin A zahlreiche weitere Polyphenole (12) und ist damit eine sinnvolle Ergänzung einer abwechslungsreichen Ernährung.
Granatapfel oder Urolithin-A-Präparat: Was ist sinnvoller?
Granatapfel und Urolithin-A-Präparate bieten zwei unterschiedliche Möglichkeiten, den Körper mit Urolithin A beziehungsweise seinen Vorstufen zu versorgen.
- Granatapfel, Saft und Konzentrat liefern natürliche Polyphenole, darunter Ellagitannine. Diese können von bestimmten Darmbakterien in Urolithin A umgewandelt werden (10). Gleichzeitig enthalten sie weitere wertvolle Pflanzenstoffe, die eine abwechslungsreiche Ernährung ergänzen.
- Urolithin-A-Präparate enthalten dagegen den bereits gebildeten Stoff in einer festgelegten Dosierung. Die Umwandlung durch Darmbakterien ist somit nicht erforderlich (1).
Welche Variante gesundheitlich vorteilhafter ist, lässt sich bislang nicht abschließend beurteilen. Granatapfel ist eine gute natürliche Quelle für die Vorstufen von Urolithin A und liefert weitere wertvolle Nährstoffe, während Präparate eine gezielte Zufuhr des isolierten Stoffes ermöglichen.
Urolithin A: Nebenwirkungen und mögliche Risiken
In den bisherigen klinischen Studien wurde Urolithin A insgesamt gut vertragen. Bei den untersuchten Dosierungen zeigten sich keine auffälligen Unterschiede bei den Nebenwirkungen im Vergleich zu Placebo (1, 3). Allerdings sind die Erkenntnisse zur Sicherheit noch begrenzt. Insbesondere zu möglichen Langzeitfolgen und Wechselwirkungen mit Medikamenten fehlen ausreichende Untersuchungen.
Wer sollte bei der Einnahme vorsichtig sein?
Für bestimmte Personengruppen liegen bislang nur wenige oder keine aussagekräftigen Daten vor:
- Kinder und Jugendliche: Die bisherigen Studien haben Erwachsene untersucht (1-6). Erkenntnisse zur Sicherheit bei Minderjährigen fehlen.
- Schwangere und Stillende: Da keine ausreichenden Daten zur Sicherheit vorliegen, sollte auf eine Einnahme ohne ärztliche Rücksprache verzichtet werden.
- Menschen mit Erkrankungen oder regelmäßiger Medikamenteneinnahme: Mögliche Wechselwirkungen sind bislang nicht ausreichend untersucht. Eine ärztliche Abklärung vor der Einnahme ist daher ratsam.
Granatapfelsaft und Konzentrate: Hier spielt zusätzlich der Zuckergehalt eine Rolle. Wer Medikamente einnimmt oder eine Erkrankung hat, sollte die regelmäßige Einnahme vorab ärztlich abklären. Bitte die Verzehrempfehlung auf der Packung beachten.
Wichtig: Die bisherigen Sicherheitsdaten beziehen sich auf Urolithin A als isolierten Stoff in Nahrungsergänzungsmitteln (1, 3, 7). Sie sind nicht mit dem gewöhnlichen Verzehr von Granatapfel oder anderen polyphenolreichen Lebensmitteln gleichzusetzen.
Granatapfel und Urolithin A: Worauf kommt es bei der Auswahl an?
Ob Granatapfelsaft, Konzentrat oder Urolithin-A-Kapseln: Nicht allein die beworbene Wirkstoffmenge entscheidet über die Qualität. Auch die Zusammensetzung, Verarbeitung und Transparenz des Herstellers spielen eine wichtige Rolle.
Was zeichnet ein gutes Produkt aus?
- Wirkstoffgehalt: Bei Granatapfelprodukten lohnt sich ein Blick auf den Gehalt an Polyphenolen und Ellagitanninen. Bei Urolithin-A-Präparaten sollte die enthaltene Menge in Milligramm pro Tagesdosis angegeben sein.
- Dosierung: In klinischen Studien wurden überwiegend 500 bis 1.000 mg Urolithin A täglich untersucht. Höhere Mengen sind nicht automatisch besser, da entsprechende Wirksamkeits- und Sicherheitsdaten fehlen.
- Zusammensetzung: Eine transparente Zutatenliste hilft, unnötige Zusätze zu erkennen. Bei Säften und Konzentraten ist außerdem der Zuckergehalt pro Portion interessant.
- Qualität und Reinheit: Unabhängige Laborprüfungen, beispielsweise auf Schadstoffe, bieten zusätzliche Sicherheit. Bei Granatapfelprodukten können Bio-Zertifizierungen eine weitere Orientierung geben.
Wie lässt sich Urolithin A natürlich unterstützen?
Auch ohne Nahrungsergänzungsmittel lassen sich die pflanzlichen Vorstufen von Urolithin A gut in den Alltag integrieren:
- Polyphenolreiche Lebensmittel wählen: Granatapfel, Walnüsse, Himbeeren und Erdbeeren liefern Ellagitannine beziehungsweise Ellagsäure (10, 11). Sie lassen sich beispielsweise im Müsli, Joghurt oder als Zwischenmahlzeit genießen.
- Auf die Verarbeitung achten: Besonders viele Punicalagine, die wichtigsten Ellagitannine im Granatapfel, befinden sich in der Schale (11, 12). Bei Säften und Konzentraten kann deshalb interessant sein, ob Bestandteile der Schale bei der Herstellung mitverarbeitet wurden.
- Portionsgrößen berücksichtigen: Granatapfelsaft enthält von Natur aus Zucker. Bei Konzentraten lohnt es sich, die empfohlene Portionsgröße und den Zuckergehalt pro Portion zu vergleichen.
Fazit
Für Urolithin A gibt es bislang keine offizielle Dosierungsempfehlung. In Studien wurden vor allem 500 bis 1.000 mg täglich untersucht. Diese Mengen wurden insgesamt gut vertragen, allerdings fehlen noch ausreichende Erkenntnisse zur langfristigen Einnahme.
Wer auf natürliche Quellen setzen möchte, findet in Granatapfel eine gute Möglichkeit. Besonders Granatapfelsaftkonzentrat aus der ganzen Frucht kann reich an Ellagitanninen sein, aus denen bestimmte Darmbakterien Urolithin A bilden können. Wie viel tatsächlich entsteht, hängt von der individuellen Darmflora ab.
Unser Experte
Wie viel Urolithin A sollte man täglich einnehmen?
Für Urolithin A gibt es bislang keine offizielle Dosierungsempfehlung. In klinischen Studien wurden vor allem 500 bis 1.000 mg täglich untersucht. Daraus lässt sich jedoch noch keine allgemein gültige Tagesdosis ableiten.
Wann sollte man Urolithin A einnehmen?
Ein optimaler Einnahmezeitpunkt ist wissenschaftlich bisher nicht belegt. Auch ob Urolithin A mit oder ohne Mahlzeit besser aufgenommen wird, ist noch nicht ausreichend untersucht.
Wie lange kann man Urolithin A einnehmen?
In klinischen Studien wurde Urolithin A über vier Wochen bis vier Monate eingenommen. Für eine längere Einnahme fehlen bislang ausreichende Daten zur Sicherheit und Verträglichkeit.
Hat Urolithin A Nebenwirkungen?
Die bisher untersuchten Dosierungen wurden insgesamt gut vertragen. In klinischen Studien zeigten sich keine auffälligen Unterschiede bei Nebenwirkungen gegenüber Placebo. Seltene Nebenwirkungen und mögliche Langzeitrisiken sind jedoch noch nicht ausreichend erforscht.
Kann man Urolithin A auch über Granatapfel aufnehmen?
Granatapfel enthält Ellagitannine, aus denen bestimmte Darmbakterien Urolithin A bilden können. Besonders Granatapfelsaftkonzentrat aus der ganzen Frucht kann eine gute Quelle dieser Vorstufen sein. Wie viel Urolithin A tatsächlich entsteht, hängt von der individuellen Darmflora ab.
Referenzen zum Nachlesen
- Andreux PA, Blanco-Bose W, Ryu D, Burdet F, Ibberson M, Aebischer P et al. The mitophagy activator urolithin A is safe and induces a molecular signature of improved mitochondrial and cellular health in humans. Nat Metab 2019; 1(6):595-603. DOI: https://doi.org/10.1038/s42255-019-0073-4.
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