Rote Bete

Rote Bete Saft im Sport: Wie du Nitrat gezielt einsetzen kannst

Radfahrerin macht eine Pause und trinkt Rote Bete Saft

Rote-Bete-Saft vor dem Wettkampf. Viele Profis schwören darauf, und die Forschung gibt ihnen einen nachvollziehbaren Grund. Das Nitrat aus der Roten Bete wird im Körper schrittweise zu Stickstoffmonoxid (NO) umgewandelt, einem Signalmolekül, das Gefäßwände entspannt und mit der Regulation der Durchblutung in Verbindung steht. Ob sich ein erhöhter NO-Spiegel messbar auf Ausdauerleistung und Sauerstoffökonomie auswirkt, wurde in Dutzenden von Studien untersucht, mit Ergebnissen, die auch für Hobbysportler relevant sind.

Das Wichtigste in Kürze

Rote Bete gehört zu den nitratreichsten Gemüsesorten überhaupt

Im Körper läuft wird Nitrat zu Stickstoffmonoxid (NO) umgewandelt, das Gefäßwände entspannen und so die Durchblutung regulieren kann

In zahlreichen Studien wurde untersucht, ob NO Sauerstoffökonomie und Ausdauerleistung bei intensiver Belastung beeinflusst.

Für den Einsatz im Sport gilt: Rote-Bete-Konzentrat ca. 1,5–2,5 Stunden vor dem Start einnehmen.

Wie Nitrat aus Roter Bete im Körper wirkt

Rote Bete enthält je nach Sorte und Anbau zwischen 250 und 2.000 mg Nitrat pro 100 Gramm, also deutlich mehr als die meisten anderen Gemüsesorten. Spinat kommt auf zum Beispiel auf ca. 200–800 mg, Tomaten auf nur 1–10 mg.


Entscheidend ist, was dein Körper damit macht. Verwertung des wertvollen Stoffs verläuft auf 3 Wegen:


  1. Aufnahme: Nitrat gelangt über den Magen-Darm-Trakt schnell ins Blut.
  2. Umwandlung im Mund: Bakterien wandeln einen Teil des Nitrats in Nitrit um. Antibakterielle Mundspülungen stören diesen Schritt — in den Stunden rund um die Einnahme also besser weglassen.
  3. Stickstoffmonoxid-Bildung: Im sauren Milieu des Magens und im Gewebe entsteht aus dem Nitrit schließlich Stickstoffmonoxid (NO), ein Signalmolekül, das die glatte Muskulatur der Gefäßwände entspannt und die Durchblutung unterstützt.

Dieser dritte Schritt ist der entscheidende für den Sport. Ob ein erhöhter NO-Spiegel die Sauerstoffversorgung der arbeitenden Muskulatur verbessert, beschäftigt die Sportphysiologie seit etwa 15 Jahren, mit besonderem Fokus auf hochintensive Belastungen, bei denen Ausdauersportler an ihre Grenzen stoßen (1, 2).

Flasche mit Rote Bete Saft Sport zwischen aufgeschnittenen Rote Bete Knollen und Blättern

Was die Forschung zeigt

Die Studienlage ist inzwischen ungewöhnlich breit: Mehrere Metaanalysen haben Daten aus Dutzenden Einzelstudien zusammengeführt und dabei vor allem drei Bereiche beleuchtet.

Sauerstoffökonomie und VO2max
Die grundlegende Frage lautet: Verbrauchst du bei gleicher Leistung weniger Sauerstoff — oder kannst du bei gleichem Aufwand mehr leisten? Effekte wurden besonders bei hochintensiver Belastung dokumentiert, also genau dort, wo Ausdauersportler an ihre Grenzen stoßen (2).
Muskelleistung und Kontraktilität
Eine Metaanalyse, die individuelle Teilnehmerdaten aus mehreren Studien zusammenführte, fand Hinweise darauf, dass Nitrat nicht nur die Ausdauerkomponente beeinflussen könnte, sondern auch die Kraftentfaltung — über Effekte auf die kontraktilen Eigenschaften der Muskelfasern (3, 4).
Regeneration nach intensiver Belastung
Hier ist die Evidenz noch weniger eindeutig als bei den Ausdauereffekten, aber das Interesse in der Sportwissenschaft wächst. Ergänzend werden für die Regeneration pflanzliche Polyphenole aus Montmorency-Sauerkirschen untersucht (5).

Für Hobbysportler: Wann lohnt es sich wirklich?

Rote Bete ist gesund und enthält viele wichtige Vitamine und Nährstoffe. Eine tägliche Einnahme hat also viele Vorteile. Für deinen Trainingserfolg musst du jedoch nicht vor jeder Trainingseinheit Rote-Bete-Saft trinken. Die Studienlage legt nahe, dass der Einsatz gezielt am meisten Sinn ergibt, nämlich dann, wenn du wirklich an deine Grenzen gehst:


  • Vor Wettkämpfen und Rennen: Halbmarathon, Granfondo, Triathlon, Radrennen
  • Vor harten Intervalleinheiten: VO2max-Training, Tempoläufe, Bergspurts
  • An intensiven Trainingstagen mit wiederholten Belastungen

Für lockere Grundlagenausfahrten oder ruhige Erholungsläufe zeigen Studien kaum relevante Effekte.


Konkreter Tipp für den Wettkampftag: Fang 3-7 Tage vor dem Start mit der täglichen Einnahme, dem Loading oder der Ladephase, an. So ist dein Nitrat-Nitrit-Spiegel am Wettkampfmorgen schon auf einem erhöhten Niveau und die einmalige Dosis 1,5 –2,5 Stunden vor dem Start baut darauf auf.

Zwei Radfahrer im warmen Sonnenlicht stehen nebeneinander  und beraten sich

Für Leistungssportler: Das Protokoll

Wenn du systematisch trainierst oder regelmäßig Wettkämpfe bestreitest, lohnt sich ein strukturierteres Vorgehen.


Ladephase vor dem Wettkampf: 

Viele sportwissenschaftliche Protokolle setzen auf eine 3–7-tägige tägliche Einnahme vor einem wichtigen Rennen. Das Ziel ist ein stabiler, erhöhter Nitrit-Spiegel im Blut, nicht nur ein kurzfristiger Peak am Wettkampfmorgen. Die Einnahme erfolgt täglich zur gleichen Zeit, 1,5–2,5 Stunden vor dem aktivsten Teil des Tages.


Mehrtägige Belastungen:

Bei Etappenrennen oder intensiven Trainingsblöcken wurde eine kumulative Wirkung bei regelmäßiger täglicher Einnahme untersucht. Hier läuft die Einnahme einfach parallel zur gesamten Belastungsphase weiter.


Kombination Nitrat + Polyphenole: 

Das ist die Grundlogik vieler Profiprotokolle — Nitrat vor dem Start für die Leistungsphase, pflanzliche Polyphenole danach für die Regeneration. Montmorency-Sauerkirschen werden in der Sportwissenschaft im Kontext von Muskelerholung und Schlafqualität untersucht (5).

Professionelle Radfahrerin im grün-blauen Trikot schaut auf ihre Uhr

Das Timing: Wann und wie viel

Das Timing ist keine Nebensache, denn die Umwandlung von Nitrat zu Stickstoffmonoxid ist ein langsamer Prozess. Studien haben den Nitritpeak im Blut erst etwa 2–3 Stunden nach der Einnahme gemessen. Trinkst du Rote-Bete-Saft direkt vor dem Start, verpasst du den Zeitpunkt des höchsten Nitritspiegels im Blut.


Der belegte Zeitpunkt: 1,5–2,5 Stunden vor dem Start.

Ein praktisches Problem mit frischem Rote-Bete-Saft ist die schwankende Nitratkonzentration — je nach Sorte, Anbau und Ernte kann sie stark variieren. Fermentierte Konzentrate haben hier einen klaren Vorteil: verlässliche Nitratwerte, handhabbar und ohne die Magenprobleme, die große Flüssigkeitsmengen kurz vor dem Start verursachen können.

Fermentiertes Rote-Bete-Konzentrat: was den Unterschied macht

Fermentierter Rote-Bete-Saft unterscheidet sich in einigen Punkten von frischem Saft. Punkte, die gerade im Trainingsalltag eine wichtige Rolle spielen:


  • Der Oxalsäuregehalt wird durch den Fermentationsprozess deutlich reduziert (6) — relevant, wenn du regelmäßig und in höheren Mengen einnimmst
  • Pflanzliche Strukturen werden enzymatisch aufgeschlossen, was die Bioverfügbarkeit der Inhaltsstoffe verbessern kann
  • Der typisch erdige Eigengeschmack der Roten Bete wird merklich milder
  • Die Nitratkonzentration ist verlässlicher kalkulierbar als beim frischen Saft

Betanio PLUS ist ein fermentiertes Bio-Rote-Bete-Konzentrat, das für genau diesen Einsatz entwickelt wurde.

Was du beachten solltest

Rote Bete Saft gilt bei gesunden Erwachsenen als gut verträglich. Ein paar Punkte sind trotzdem erwähnenswert:


  • Mundspülung meiden: Antibakterielle Mundspülungen hemmen die nitratabbauenden Bakterien auf deiner Zunge und beeinträchtigen damit die NO-Produktion. In den Stunden rund um die Einnahme besser weglassen.
  • Rötlicher Urin oder Stuhl: Nach dem Verzehr von Rote Bete kann sich Urin oder Stuhl leicht rötlich verfärben. Das ist absolut harmlos.
  • Niedriger Blutdruck: Menschen mit dauerhaft niedrigem Blutdruck reagieren manchmal empfindlich auf nitratreiche Lebensmittel.
  • Medikamente: Bei blutdrucksenkenden Medikamenten oder anderen Herzmedikamenten vorab mit deiner Arztpraxis sprechen.

Fazit

Kann Rote Bete Saft Sport-Leistungen nun verbessern? Ja, auch wenn er natürlich keine Wunder vollbringen kann. Rote Bete Saft gehört zu den am besten untersuchten natürlichen Nahrungsergänzungen im Ausdauersport. Der Ausgangspunkt ist biochemisch gut beschrieben: Nitrat wird zu NO, NO beeinflusst die Gefäßregulation. Wie stark sich das bei dir in der Praxis zeigt, hängt von Sportart, Intensität und Trainingsniveau ab, aber die Forschungslage ist inzwischen breit genug, um den Einsatz vor intensiven Belastungen gut einzuordnen. Für den Hobbyläufer vor dem nächsten Halbmarathon genauso wie für den Radsportler im Etappenrennen.


Wenn du beides kombinieren möchtest, Nitrat vor dem Start, Polyphenole zur Regeneration danach, findest du die passenden Hintergründe im Ernährungs-Ratgeber für Radsportler und beim Cherry PLUS Sport.

Unser Experte

Portrait Robert Appuhn

Robert Appuhn

Heilpraktiker, Ernährungsberater

Schwerpunkte:
Mikronährstoffe | Orthomolekulare Therapie

Häufig gestellte Fragen

Was untersucht die Forschung zu Rote Bete Saft im Sport?

Rote Bete enthält Nitrat, das dein Körper zu Stickstoffmonoxid (NO) umwandelt — einem Signalmolekül, das in der Physiologie mit der Regulation von Gefäßfunktion und Durchblutung in Verbindung gebracht wird. In der Sportphysiologie wird untersucht, ob sich das auf Sauerstoffversorgung und Ausdauerleistung bei intensiver Belastung auswirkt.

Wann sollte ich Rote Bete Saft vor dem Sport trinken?

1,5–2,5 Stunden vor dem Training oder Wettkampf. In diesem Zeitfenster liegt der Nitritpeak im Blut — der Punkt, an dem die Umwandlung zu Stickstoffmonoxid am aktivsten ist. Direkt vor dem Start zu trinken bringt nichts, weil der Körper die Umwandlung noch nicht abgeschlossen hat.

Lohnt sich Rote Bete Saft auch für Hobbysportler?

Die Studienlage legt nahe, dass der Einsatz vor allem vor Wettkämpfen und intensiven Trainingseinheiten sinnvoll sein kann. Für ruhige Grundlagenläufe oder lockere Ausfahrten zeigen Studien kaum relevante Effekte. Der Einsatz macht am ehesten Sinn an Tagen, an denen du wirklich an deine Grenzen gehst. Ein möglicher Einstieg: 1–2 Tage vor dem nächsten Wettkampf täglich einnehmen.

Für welche Sportarten ist Rote Bete Saft am relevantesten?

Vor allem bei Ausdauersportarten mit hoher Intensität: Radsport, Laufen, Triathlon, Rudern. Studien zeigen die stärksten Effekte bei hochintensiven Belastungen und Intervalltraining. Bei reiner Grundlagenausdauer oder sehr kurzen Sprints ist der untersuchte Effekt geringer.

Ist Nitrat aus Roter Bete schädlich?

Nitrat (NO₃⁻) wird häufig mit Nitrit (NO₂⁻) verwechselt, das als Konservierungsstoff in gepökelten Fleischprodukten eingesetzt wird und bei hohem Verzehr als problematisch gilt. Das Nitrat aus Gemüse folgt jedoch einem anderen Stoffwechselweg: Es wird im Körper gezielt zu Stickstoffmonoxid (NO) umgewandelt, ohne dabei in nennenswerten Mengen krebsrelevante N-Nitrosamine zu bilden. Nitratreiche Gemüses orten wie Rote Bete, Spinat und Rucola gelten bei normalen Verzehrmengen als unbedenklich — die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat dazu mehrfach Stellung genommen.

Ist fermentierter Rote Bete Saft besser als frischer Saft?

Fermentierter Rote-Bete-Saft hat gegenüber frischem Saft einige praktische Vorteile: verlässlichere Nitratkonzentration, reduzierter Oxalsäuregehalt und bessere Verträglichkeit in konzentrierter Form. Für den regelmäßigen Einsatz rund um Training und Wettkampf sind Konzentrate die praktischere Option.

Warum sollte ich keine Mundspülung verwenden, wenn ich Rote Bete nehme?

Antibakterielle Mundspülungen töten auch die Bakterien auf deiner Zungenrückseite ab, die Nitrat in Nitrit umwandeln. Ohne diesen Schritt verläuft die NO-Produktion deutlich langsamer. In den Stunden vor und nach der Rote-Bete-Einnahme also besser weglassen.

Referenzen zum Nachlesen

  1. Lee E, Park H-Y, Sun Y, Choi J-H, Woo S, Cho S et al. Beetroot Juice and Exercise for Clinical Health and Athletic Performance: A Narrative Review. Nutrients 2026; 18(1). doi: 10.3390/nu18010151.
  2. Silva KVC, Costa BD, Gomes AC, Saunders B, Mota JF. Factors that Moderate the Effect of Nitrate Ingestion on Exercise Performance in Adults. Adv Nutr 2022; 13(5):1866–81. doi: 10.1093/advances/nmac054.
  3. Coggan AR, Baranauskas MN, Hinrichs RJ, Liu Z, Carter SJ. Effect of dietary nitrate on human muscle power: a systematic review and individual participant data meta-analysis. J Int Soc Sports Nutr 2021; 18(1):66.
  4. Esen O, Dobbin N, Callaghan MJ. The Effect of Dietary Nitrate on the Contractile Properties of Human Skeletal Muscle. J Am Nutr Assoc 2023; 42(4):327–38. doi: 10.1080/07315724.2022.2037475.
  5. Clements WT, Lee S-R, Bloomer RJ. Nitrate ingestion: a review of the health and physical performance effects. Nutrients 2014; 6(11):5224–64.
  6. Soliman NR, Effat BAM, Mehanna NS, Tawfik NF, Ibrahim MK. Activity of probiotics from food origin for oxalate degradation. Arch Microbiol 2021; 203(8):5017–28.

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