Herz

Blutzucker und Cholesterin: Das verraten deine Werte

Lächelnde ältere Frau – Rote-Bete-Verzehr kann durch enthaltene Nitrate, Polyphenole und Pektin die Leberfunktion unterstützen und den Stoffwechsel fördern.

Zwei kleine Zahlen auf deinem Laborbefund sagen mehr über deine langfristige Gefäßgesundheit aus, als du vielleicht denkst: Blutzucker und Cholesterin. Beide Werte werden oft getrennt betrachtet, dabei beeinflussen sie sich gegenseitig. Sind sie dauerhaft erhöht, kann das gesamte Gefäßsystem darunter leiden.


In diesem Beitrag erfährst du, wie Blutzucker und Cholesterin zusammenhängen, welche Werte als normal gelten und welche Rolle Rote Bete laut aktueller Forschung dabei spielen kann.

Das Wichtigste in Kürze

Blutzucker und Cholesterin beeinflussen sich gegenseitig: Erhöhte Zuckerwerte können das Blutfettprofil ungünstig verschieben.

Das metabolische Syndrom vereint vier Risikofaktoren: Bauchfett, Bluthochdruck, gestörter Zuckerstoffwechsel und ungünstige Blutfette.

Rote Bete enthält Nitrat, Polyphenole und Ballaststoffe, deren Wirkung auf Gefäße und Stoffwechsel in Studien untersucht wird.

Warum Blutzucker und Cholesterin zusammenhängen

In der ärztlichen Praxis werden Blutzucker und Cholesterin häufig wie zwei separate Themen behandelt. Tatsächlich aber spielen sie im selben Stoffwechsel-Orchester mit.


  • Ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel kann nicht nur die feinen Blutgefäße belasten, sondern auch das Blutfettprofil verändern. 
  • Studien zeigen, dass bei chronisch hohen Glukosewerten häufig auch die Triglyzeride steigen, das schützende HDL-Cholesterin sinkt und das LDL-Cholesterin zunimmt (1, 2).


Diese Kombination kann die Entstehung von Ablagerungen in den Arterien begünstigen, der medizinische Fachbegriff dafür lautet Arteriosklerose. Aus zwei einzelnen Laborwerten entsteht so ein gemeinsamer Risikofaktor für das Herz-Kreislauf-System.

Blaues Patienten-Dossier mit Stethoskop und Medikamenten – symbolisiert, wie Rote Bete Blutzucker und Cholesterin positiv beeinflussen kann.

Blutzucker: Wie dein Körper Glukose im Gleichgewicht hält

Glukose ist der wichtigste Energielieferant für deine Zellen, besonders für das Gehirn. Damit der Blutzuckerspiegel weder zu hoch noch zu tief ausfällt, hat dein Körper ein ausgeklügeltes Regulationssystem entwickelt.


Zwei Hormone aus der Bauchspeicheldrüse übernehmen die Hauptarbeit:

  • Insulin wird nach einer Mahlzeit ausgeschüttet und schleust Glukose aus dem Blut in die Zellen, wo sie als Energiequelle dient.
  • Glukagon ist der Gegenspieler von Insulin und mobilisiert bei niedrigem Blutzucker Reserven aus der Leber (3).

Gerät dieses fein abgestimmte Zusammenspiel aus dem Takt, kann sich eine Stoffwechselerkrankung wie Diabetes mellitus entwickeln (4). Typ-2-Diabetes ist eng mit dem Lebensstil verbunden. Eine gezielte Ernährungsumstellung, regelmäßige Bewegung und Gewichtsreduktion können die Werte in vielen Fällen deutlich verbessern (5, 6).

Mann dosiert Zucker in Getränk – zeigt, wie Rote Bete durch Ballaststoffe und Polyphenole die Zuckeraufnahme regulieren kann.

Cholesterin: Mehr als ein einzelner Wert

Cholesterin hat einen schlechten Ruf, dabei ist es lebenswichtig. Dein Körper benötigt es für den Aufbau von Zellmembranen, die Bildung von Hormonen und die Produktion von Vitamin D.


Weil Cholesterin nicht wasserlöslich ist, wird es im Blut in speziellen Transportpaketen befördert, den sogenannten Lipoproteinen. Und genau hier wird es spannend: Nicht der Gesamtwert ist entscheidend, sondern wie sich das Cholesterin auf diese Transportformen verteilt (1, 2).

Die drei wichtigsten Blutfettwerte

Cholesterin Arten und Bedeutung

LDL-Cholesterin

LDL-Cholesterin wird oft als „schlechtes" Cholesterin bezeichnet. Es transportiert Cholesterin von der Leber zu den Körperzellen. Ist zu viel davon im Blut, kann sich Cholesterin an den Arterienwänden ablagern.

HDL-Cholesterin

HDL-Cholesterin gilt als das „gute" Cholesterin. Es sammelt überschüssiges Cholesterin aus den Gefäßen ein und transportiert es zurück zur Leber. Dort wird es in Gallensäuren umgewandelt und über den Darm ausgeschieden.

Triglyzeride

Triglyzeride sind die häufigste Form von Nahrungsfett im Blut. Ihr Wert steigt oft parallel zum Blutzuckerspiegel und korreliert mit Bauchfett.

Das Ziel: Ausgewogene Verteilung

Das Ziel ist also keine möglichst niedrige Gesamtzahl auf dem Laborzettel, sondern eine ausgewogene Verteilung: niedriges LDL, hohes HDL und Triglyzeride im Normbereich.

Normwerte: Welche Zahlen gelten als gesund?

Damit du deine eigenen Laborwerte besser einordnen kannst, helfen offizielle Orientierungsbereiche. Der Blutzucker wird üblicherweise nüchtern gemessen, also nach mindestens acht Stunden ohne Nahrungsaufnahme.

Übersicht der wichtigsten Normwerte
Wert Idealbereich Quelle
Nüchternblutzucker 60–95 mg/dl (3,3–5,3 mmol/l) (7)
Gesamtcholesterin unter 200 mg/dl (8)
LDL-Cholesterin unter 115 mg/dl (10)
HDL-Cholesterin über 50 mg/dl (9)
Diese Werte sind eine Orientierung, keine starre Grenze. Dein individuelles Risikoprofil hängt von vielen Faktoren ab: familiäre Vorbelastung, Blutdruck, Rauchverhalten, Körpergewicht und Bewegungslevel.

Das metabolische Syndrom: Wenn vier Faktoren zusammenkommen

Störungen des Zucker- und Fettstoffwechsels treten häufig nicht isoliert auf. Kommen zusätzlich Bauchfett und erhöhte Blutdruckwerte hinzu, sprechen Fachleute vom metabolischen Syndrom.


Diese Kombination gilt als besonders relevant für die Herz-Kreislauf-Gesundheit, da mehrere Risikofaktoren gleichzeitig zusammenwirken. In Deutschland ist etwa jede fünfte Person betroffen (11). Als wichtige Ursachen gelten vor allem Bewegungsmangel sowie eine dauerhaft zucker- und fettreiche Ernährung (12).


Besonders überschüssiges Bauchfett steht dabei im Fokus, da es aktiv Botenstoffe freisetzen kann, die den Zuckerstoffwechsel beeinflussen. Zusammen mit ungünstigen Blutfettwerten kann dies die Gefäße belasten und das Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall erhöhen (13).

Frau greift Bauchfett – regelmäßiger Rote-Bete-Verzehr kann Stoffwechsel und Blutzucker regulieren und Bauchfett positiv beeinflussen

Rote Bete: Was die Forschung zu Blutzucker und Cholesterin sagt

Schon moderate Veränderungen im Alltag wirken oft überraschend stark. Mehr Bewegung, weniger einfache Kohlenhydrate und eine ballaststoffreiche Ernährung können alle vier Säulen des metabolischen Syndroms positiv beeinflussen.


Rote Bete ist vor allem für ihren hohen Nitratgehalt bekannt. Dieses Nitrat wird im Körper zu Stickstoffmonoxid umgewandelt, das mit der Beeinflussung der Blutgefäße in Verbindung gebracht wird (14, 15). Doch die Knolle hat mehr zu bieten. In den letzten Jahren rücken auch ihre Effekte auf Stoffwechselparameter in den Fokus der Forschung.

Aufgeschnittene frische Rote-Bete-Knollen – Pektin, Nitrat und Polyphenole zeigen Wirkung auf Blutzucker und Cholesterin.

Mögliche Wirkung auf den Blutzucker

Eine Studie mit gesunden Probanden untersuchte den Einfluss von Rote-Bete-Saft auf den Blutzucker- und Insulinverlauf nach einer kohlenhydratreichen Mahlzeit. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Glukose- und Insulinspitzen nach dem Essen geringer ausfallen können (16).
Verantwortlich dafür könnten die enthaltenen Polyphenole und Ballaststoffe sein, die die Aufnahme von Zucker im Darm verlangsamen können.

Hinweise zu den Blutfetten

Auch in Bezug auf das Cholesterin gibt es erste interessante Beobachtungen. Eine Untersuchung mit körperlich aktiven Personen zeigte nach regelmäßigem Konsum von Rote-Bete-Saft Veränderungen im Blutfettprofil, darunter einen Anstieg des HDL-Cholesterins und Hinweise auf reduzierten oxidativen Stress (17).

Glas Rote-Bete-Saft mit frischen Knollen und Minze – Nitrat, Polyphenole und Ballaststoffe zeigen Wirkung auf Blutzucker und Cholesterin.

Rote Bete im Alltag integrieren

Wenn du Rote Bete regelmäßig in deine Ernährung einbauen möchtest, hast du verschiedene Möglichkeiten:


  • Frische Knollen: roh geraspelt im Salat, gekocht als Beilage oder gebacken im Ofen
  • Rote-Bete-Saft: ein praktischer Weg, um Rote Bete unkompliziert in den Alltag zu integrieren
  • Fermentierte Rote-Bete-Produkte: können eine interessante Alternative sein, da durch die Fermentation der Oxalsäuregehalt teilweise reduziert werden kann

Wichtig ist die Regelmäßigkeit. Einzelne Portionen entfalten weniger Wirkung als ein konstanter Konsum über Wochen und Monate.

Unsere Empfehlung

Fazit

Blutzucker und Cholesterin sind eng miteinander verknüpft und entscheiden gemeinsam mit, wie gesund deine Gefäße langfristig bleiben. Wer beide Werte im Blick behält, trifft eine wichtige Vorsorgeentscheidung.


Die Forschung zu Roter Bete ist vielversprechend: Das enthaltene Nitrat kann zu einer normalen Gefäßfunktion beitragen, Polyphenole zeigen Potenzial bei der Dämpfung von Blutzuckerspitzen, und Pektin unterstützt Darm und Stoffwechsel. In Kombination mit ausreichend Bewegung, einem gesunden Körpergewicht und einer ballaststoffreichen, pflanzenbetonten Ernährung ist Rote Bete ein einfacher und schmackhafter Baustein für eine herzgesunde Lebensweise.

Warum werden Blutzucker und Cholesterin oft gemeinsam betrachtet?

Blutzucker und Blutfette beeinflussen sich gegenseitig. Dauerhaft erhöhte Zuckerwerte können mit Veränderungen des Blutfettprofils einhergehen, etwa höheren Triglyzeriden oder niedrigeren HDL-Werten.

Welche Faktoren beeinflussen Blutzucker und Cholesterin?

Zu den wichtigsten Einflussfaktoren zählen Ernährung, Bewegung, Körpergewicht, Schlaf, Stress und genetische Veranlagung. Auch Rauchen und Alkohol können sich auf den Stoffwechsel auswirken.

Was ist das metabolische Syndrom?

Vom metabolischen Syndrom sprechen Fachleute, wenn mehrere Risikofaktoren gemeinsam auftreten – darunter Bauchfett, erhöhter Blutdruck, gestörter Zuckerstoffwechsel und ungünstige Blutfettwerte.

Warum steht Rote Bete im Fokus der Stoffwechselforschung?

Rote Bete enthält natürliche Pflanzenstoffe wie Nitrat, Polyphenole und Ballaststoffe. Diese Inhaltsstoffe werden in Studien im Zusammenhang mit Gefäßfunktion, Blutzuckerverlauf und Stoffwechselprozessen untersucht.

Kann Rote Bete den Blutzuckerverlauf beeinflussen?

Erste Studien deuten darauf hin, dass Rote-Bete-Saft den Verlauf von Glukose- und Insulinwerten nach Mahlzeiten beeinflussen könnte. Die Forschung dazu befindet sich jedoch noch im Aufbau.

Wird Rote Bete auch im Zusammenhang mit Cholesterin erforscht?

Ja. Einzelne Studien untersuchen, wie sich der regelmäßige Verzehr von Rote-Bete-Produkten auf verschiedene Blutfettwerte auswirken könnte. Die Datenlage ist derzeit jedoch noch begrenzt.

Kann Rote Bete eine medizinische Behandlung ersetzen?

Nein. Rote Bete ist ein Lebensmittel und keine Therapie. Wissenschaftliche Untersuchungen dienen dem Erkenntnisgewinn und ersetzen keine ärztliche Diagnose, Beratung oder Behandlung.

Referenzen zum Nachlesen
  1. Assmann-Stiftung für Prävention. Cholesterin & Triglyceride. Verfügbar unter: https://www.assmann-stiftung.de/cholesterin-und-triglyceride/
  2. diabetologie-online. Diabetes und Fettstoffwechselstörungen. Verfügbar unter: https://www.diabetologie-online.de/a/fortbildung-diabetes-und-fettstoffwechselstoerungen-1867483
  3. Fachgesellschaft für Ernährungstherapie und Prävention (FETeV). Insulin und Blutzuckerspiegel.
  4. Deutsche Diabetes Gesellschaft. S3-Leitlinie Therapie des Typ-1-Diabetes, 2. Auflage, 2018.
  5. Kassenärztliche Bundesvereinigung. Nationale VersorgungsLeitlinie Typ-2-Diabetes Leitlinienreport, 2. Auflage, Version 1, 2021. doi: 10.6101/AZQ/000476
  6. Penn L, White M, Lindström J, et al. Importance of weight loss maintenance and risk prediction in the prevention of type 2 diabetes. PLoS One 2013;8(2):e57143. doi: 10.1371/journal.pone.0057143
  7. Pschyrembel online. Blutzucker.
  8. Pschyrembel online. Cholesterin.
  9. Pschyrembel online. HDL-Cholesterin.
  10. Pschyrembel online. LDL-Cholesterin.
  11. Brönstrup A, Hauner H. Kohlenhydratzufuhr und Prävention des Metabolischen Syndroms. Deutsche Gesellschaft für Ernährung.
  12. Internisten im Netz. Was ist ein metabolisches Syndrom?
  13. Deutsche Herzstiftung. Der Schlaganfall kommt oft vom Herzen.
  14. Bonilla Ocampo DA, et al. Dietary Nitrate from Beetroot Juice for Hypertension: A Systematic Review. Biomolecules 2018;8(4):134. doi: 10.3390/biom8040134
  15. Lara J, et al. Effects of inorganic nitrate and beetroot supplementation on endothelial function. Eur J Nutr 2016;55(2):451–459. doi: 10.1007/s00394-015-0872-7
  16. Wootton-Beard PC, et al. Effects of a beetroot juice with high neobetanin content on the early-phase insulin response in healthy volunteers. J Nutr Sci 2014;3:e9. doi: 10.1017/jns.2014.7
  17. Singh A, et al. Beetroot juice supplementation increases high density lipoprotein-cholesterol and reduces oxidative stress in physically active individuals. J Pharm Nutr Sci 2015;5(3):179–185. doi: 10.6000/1927-5951.2015.05.03.2
  18. Hu S, et al. Low methyl-esterified pectin protects pancreatic β-cells against diabetes-induced oxidative and inflammatory stress via galectin-3. Carbohydr Polym 2020;249:116863. doi: 10.1016/j.carbpol.2020.116863
  19. Cronin P, et al. Dietary fibre modulates the gut microbiota. Nutrients 2021;13(5). doi: 10.3390/nu13051655

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