Nährstoffwissen

Wie viel Zink am Tag? Dosierung einfach erklärt inkl. Tipps

Frau im herbstlichen Park – Zink Dosierung als Teil der täglichen Versorgung

Zink ist ein lebenswichtiger Mineralstoff, den unser Körper für zahlreiche Funktionen benötigt. Doch wie viel Zink ist täglich sinnvoll? Und wann kann eine zusätzliche Einnahme hilfreich sein?


Der Zinkbedarf ist nicht bei jedem Menschen gleich. Er hängt unter anderem vom Geschlecht und der Ernährung ab. Gerade bei Nahrungsergänzungsmitteln lohnt es sich deshalb, genauer auf die Dosierung zu achten.


In diesem Beitrag erfährst du, wie viel Zink du täglich benötigst, welche Mengen als sicher gelten und worauf du bei der Einnahme von Zinkpräparaten achten solltest.

Das Wichtigste in Kürze

Täglicher Zinkbedarf: Erwachsene benötigen laut DGE 7 bis 16 mg Zink pro Tag, abhängig von Geschlecht und Ernährung.

Zink über die Ernährung: Fleisch, Käse, Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte sind gute Zinkquellen. Eine ausgewogene Ernährung deckt den Bedarf meist ab.

Zinkpräparate: Das BfR empfiehlt höchstens 6,5 mg Zink pro Tagesdosis in Nahrungsergänzungsmitteln.

Ergänzung nach Bedarf: Zinkpräparate sind nicht für jeden notwendig. Bei Verdacht auf einen Mangel ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll.

Wie viel Zink braucht der Körper täglich?

Für Erwachsene empfiehlt die DGE 7 bis 16 mg Zink pro Tag (1). Der genaue Wert hängt vom Geschlecht und von der Phytatzufuhr ab. Phytat ist ein Pflanzenstoff in Vollkorn, Hülsenfrüchten und Nüssen, der Zink im Darm bindet. Je mehr davon auf dem Speiseplan steht, desto höher liegt der Referenzwert.

Gruppe Niedrige Phytatzufuhr Mittlere Phytatzufuhr Hohe Phytatzufuhr
Frauen ab 19 Jahren 7 mg pro Tag 8 mg pro Tag 10 mg pro Tag
Männer ab 19 Jahren 11 mg pro Tag 14 mg pro Tag 16 mg pro Tag

Für Jugendliche von 15 bis unter 19 Jahren nennt die DGE 11 mg (weiblich) und 14 mg (männlich). In Schwangerschaft und Stillzeit liegt der Bedarf etwas höher (1).


Welche Phytatzufuhr auf dich zutrifft, hängt vor allem von deiner Ernährung ab:

  • Niedrige Phytatzufuhr: Viel tierisches Eiweiß, wenig Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte.

  • Mittlere Phytatzufuhr: Gemischte Ernährung mit tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln.

  • Hohe Phytatzufuhr: Überwiegend pflanzliche Ernährung mit vielen Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten.


Gut zu wissen: Eine vegetarische oder vegane Ernährung bedeutet nicht automatisch eine hohe Phytatzufuhr. Auch die Zubereitung spielt eine Rolle: Einweichen, Keimen und Sauerteiggärung können den Phytatgehalt reduzieren (1).

Wie viel Zink am Tag ist zu viel?

Aus allen Quellen zusammen sollten Erwachsene dauerhaft nicht mehr als 25 mg Zink pro Tag aufnehmen. Diese tolerierbare Gesamtzufuhr geht auf den früheren Wissenschaftlichen Lebensmittelausschuss der EU (SCF, 2003) zurück, ist von der EFSA dokumentiert und wird vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) übernommen (2, 3). Sie ist eine Sicherheitsgrenze, keine Dosisempfehlung. Drei Größen werden dabei oft verwechselt:

Größe Was sie bedeutet Zink pro Tag
Referenzwert der DGE Menge, die den Bedarf der meisten gesunden Erwachsenen deckt 7 bis 16 mg
Tolerierbare Gesamtzufuhr Sicherheitsgrenze für Essen und Präparate zusammen, keine Dosisempfehlung 25 mg 
BfR-Höchstmengenvorschlag Obergrenze für ein einzelnes Nahrungsergänzungsmittel, je Tagesverzehrempfehlung 6,5 mg

Wann ist ein Zinkpräparat sinnvoll?

Bei gemischter Kost ist ein Präparat für die meisten nicht nötig. Die DGE rechnet vor, dass Männer den Referenzwert mit einer Kombination aus Fleisch, Milchprodukten, Vollkorngetreide, Hülsenfrüchten, Gemüse und Nüssen decken (1).


Bei bestimmten Personengruppen kann das Risiko für eine unzureichende Zinkversorgung erhöht sein:

  • Ältere Menschen: Sind häufiger unzureichend mit Zink versorgt (1).

  • Menschen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen: Können aufgrund einer beeinträchtigten Nährstoffaufnahme ein erhöhtes Risiko für einen Zinkmangel haben (1).

  • Pflanzenbasierte Ernährungsweise: Dabei sollte besonders auf eine ausreichende Zinkzufuhr geachtet werden. Laut Verbraucherzentrale ist eine Ergänzung bei ausgewogener Ernährung meist nicht notwendig (4).


Wichtig: Ob ein Zinkpräparat sinnvoll ist, sollte bei Verdacht auf einen Mangel ärztlich abgeklärt werden.

Frau nimmt Zinkkapsel mit einem Glas Wasser ein – richtige Zink Dosierung

Welche Zinkverbindung ist die richtige?

In Nahrungsergänzungsmitteln kommt Zink in verschiedenen Verbindungen vor, darunter Zinkgluconat, Zinkcitrat, Zinkbisglycinat und Zinkoxid.


Wichtig für die Dosierung: Entscheidend ist die Menge an elementarem Zink. Beispielsweise enthalten 100 mg Zinkgluconat etwa 14 mg Zink. Die relevante Menge ist auf der Verpackung unter „Zink“ angegeben. Wie gut Zink aufgenommen wird, hängt unter anderem von seiner chemischen Verbindung ab. Studien zeigen:


  • Zinkcitrat und Zinkgluconat: In einer kleinen Studie wurden beide Verbindungen ähnlich gut aufgenommen (jeweils rund 61 %).

  • Zinkoxid: Wurde in derselben Studie mit rund 50 % etwas schlechter aufgenommen (5).

  • Zinkbisglycinat: Einzelne Studien deuten auf eine höhere Bioverfügbarkeit gegenüber Zinkgluconat hin (6).


Einige Zinkverbindungen werden möglicherweise besser aufgenommen als andere. Welche Form langfristig die beste Zinkversorgung gewährleistet, lässt sich anhand der bisherigen Studien jedoch nicht eindeutig bestimmen.

Welche Lebensmittel enthalten besonders viel Zink?

Mit gemischter Kost lässt sich der Referenzwert gut erreichen. Die Werte in der Tabelle stammen aus der Schweizer Nährwertdatenbank, die Portionen sind umgerechnet (3).


Lebensmittel Portion Zink pro Portion
Rindsschulterbraten, roh 110 g 6,4 mg
Linsen, getrocknet 60 g 2,2 mg
Haferflocken 60 g 1,9 mg
Emmentaler 30 g 1,4 mg
Weizenvollkornbrot 1 Scheibe (50 g) 1,1 mg
Ei 1 Stück (55 g) 0,7 mg

Pflanzliches Zink wird wegen des Phytats schlechter aufgenommen als Zink aus tierischen Lebensmitteln (5). Vollkornprodukte enthalten zwar Phytat, liefern aber gleichzeitig Zink und weitere wertvolle Nährstoffe. Entscheidend für eine ausreichende Zinkversorgung ist deshalb die gesamte Ernährung (1).

Zinkreiche Lebensmittel wie Fleisch, Hülsenfrüchte, Kerne und Spinat – Zink Dosierung über Ernährung

Was passiert bei einer Überdosierung?

Eine dauerhaft zu hohe Zinkzufuhr kann gesundheitliche Folgen haben. Das Risiko besteht vor allem bei der Einnahme hochdosierter Nahrungsergänzungsmittel. Mögliche Beschwerden sind:


  • Magen-Darm-Beschwerden: Hohe Einzeldosen können Übelkeit, Erbrechen und Magenschmerzen verursachen (4, 5).

  • Gestörter Kupferstoffwechsel: Eine langfristig überhöhte Zinkzufuhr kann die Aufnahme von Kupfer beeinträchtigen (1, 4).

  • Kupfermangel: Ein ausgeprägter Mangel kann unter anderem zu Blutarmut und neurologischen Beschwerden führen (5).


Gut zu wissen: Eine geringfügige Überschreitung des empfohlenen Referenzwerts ist nicht automatisch bedenklich. Für Erwachsene gilt eine tolerierbare Gesamtzufuhr von 25 mg Zink pro Tag als Sicherheitsgrenze. Über die normale Ernährung allein werden problematische Mengen in der Regel nicht erreicht (1).


Wer sollte bei der Zinkeinnahme besonders vorsichtig sein?


  • Kinder und Jugendliche: Für sie gelten niedrigere Obergrenzen als für Erwachsene (2).

  • Menschen, die Zink aus medizinischen Gründen einnehmen: Höhere Dosierungen können therapeutisch erforderlich sein, sollten jedoch ärztlich überwacht werden (5).

  • Menschen, die regelmäßig Medikamente einnehmen: Zink kann die Wirkung oder Aufnahme bestimmter Arzneimittel beeinflussen (5). Mehr dazu im folgenden Abschnitt.

Worauf solltest du bei Zinkpräparaten achten?

Zink kann grundsätzlich zu jeder Tageszeit eingenommen werden. Bei empfindlichem Magen ist die Einnahme zu einer Mahlzeit oft besser verträglich. Allerdings können phytatreiche Lebensmittel wie Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte die Zinkaufnahme verringern.


Wichtig: Zink kann mit bestimmten Medikamenten und anderen Mineralstoffen wechselwirken (5).

  • Bestimmte Antibiotika: Können bei gleichzeitiger Einnahme schlechter aufgenommen werden. Je nach Wirkstoff sind zeitliche Abstände zur Zinkeinnahme erforderlich.

  • Medikamente gegen rheumatische Erkrankungen: Bei bestimmten Wirkstoffen sollte mindestens eine Stunde Abstand zur Zinkeinnahme eingehalten werden.

  • Entwässernde Medikamente (Diuretika): Können die Zinkausscheidung über den Urin erhöhen und dadurch den Zinkspiegel senken.

  • Eisenpräparate ab 25 mg: Können bei gleichzeitiger Einnahme die Zinkaufnahme verringern.


Tipp: Bei regelmäßiger Medikamenteneinnahme sollte vor der Verwendung eines Zinkpräparats ärztlich oder in der Apotheke geklärt werden, ob Wechselwirkungen auftreten können und welche Einnahmeabstände sinnvoll sind.


Worauf solltest du beim Kauf von Zinkpräparaten achten?

Neben der Dosierung spielen auch die Zusammensetzung und Qualität eine wichtige Rolle:


  • Gesamtzufuhr beachten: Zink ist häufig auch in Multivitaminpräparaten und Kombinationsprodukten enthalten. Deshalb sollten die Mengen aus verschiedenen Präparaten zusammengerechnet werden (2).

  • Bioverfügbarkeit prüfen: Nicht jede Zinkverbindung wird gleich gut aufgenommen. Studienergebnisse lassen sich jedoch nicht ohne Weiteres auf jedes Präparat übertragen.

  • Qualität und Reinheit: Unabhängige Laboranalysen können helfen, den tatsächlichen Zinkgehalt zu überprüfen.


Tipp: Ein hochwertiges Zinkpräparat zeichnet sich nicht durch eine möglichst hohe Dosierung aus. Entscheidend sind eine bedarfsgerechte Zinkmenge, eine nachvollziehbare Zusammensetzung und eine verlässliche Produktqualität.

Fazit

Wie viel Zink dein Körper täglich benötigt, hängt von deinem Geschlecht und deiner Ernährung ab. Für Erwachsene empfiehlt die DGE 7 bis 16 mg pro Tag. Mit einer ausgewogenen Ernährung lässt sich dieser Bedarf meist gut decken.


Wer zusätzlich Zink einnehmen möchte, sollte auf die richtige Dosierung achten. Das BfR empfiehlt für Nahrungsergänzungsmittel höchstens 6,5 mg Zink pro Tagesdosis. Wichtig ist dabei, auch Zink aus Lebensmitteln und anderen Präparaten zu berücksichtigen.


Eine gute Zinkversorgung bedeutet nicht, möglichst viel Zink aufzunehmen, sondern den eigenen Bedarf zu decken. Ob ein Nahrungsergänzungsmittel dafür notwendig ist, hängt von der individuellen Versorgung ab.

Unser Experte

Portrait  Dr. Hans-Ulrich Jabs

Dr. Hans-Ulrich Jabs

Facharzt für Innere Medizin

Schwerpunkte:
Präventionsmedizin | Autonome Regulationsmedizin | Ernährungsmedizin

Wie hoch ist der Zinkbedarf von Erwachsenen?

Der Referenzwert der DGE liegt für Frauen zwischen 7 und 10 mg und für Männer zwischen 11 und 16 mg pro Tag. Welcher Wert gilt, hängt von der Phytatzufuhr ab.

Sind 25 mg Zink am Tag zu viel?

25 mg sind die tolerierbare Gesamtzufuhr für Erwachsene aus allen Quellen, also eine Sicherheitsgrenze und keine Dosisempfehlung. Für ein einzelnes Nahrungsergänzungsmittel schlägt das BfR höchstens 6,5 mg vor. Wer über das Essen schon 10 mg aufnimmt, liegt mit einem 25-mg-Präparat bei 35 mg und damit darüber.

Deckt die normale Ernährung meinen Zinkbedarf?

In der Regel ja. Frauen nehmen in Deutschland im Mittel rund 8 mg, Männer rund 11 mg Zink pro Tag über die Ernährung auf. Liegt die Zufuhr unter dem Referenzwert, ist das nicht automatisch ein Zinkmangel.

Welche Zinkverbindung wird am besten aufgenommen?

Das lässt sich nicht allgemein sagen. Citrat und Gluconat werden ähnlich gut aufgenommen, kleine Studien deuten auf Unterschiede zwischen einzelnen Formen hin. Achte deshalb vor allem auf die Menge an elementarem Zink.

Kann man zu viel Zink einnehmen?

Ja, vor allem über Präparate. Hohe Einzeldosen können Übelkeit und Magenbeschwerden auslösen, eine dauerhaft überhöhte Zufuhr kann den Kupferstoffwechsel beeinträchtigen.

Wann nimmt man Zink am besten ein?

Zink kann unabhängig von der Tageszeit eingenommen werden. Bei empfindlichem Magen ist die Einnahme zu einer Mahlzeit oft besser verträglich. Bei Antibiotika und einigen anderen Medikamenten sind Zeitabstände nötig.

Referenzen zum Nachlesen
  1. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): FAQ Zink, 2019. https://www.dge.de/fileadmin/dok/gesunde-ernaehrung/faq/DGE-FAQ-Zink-2019.pdf
  2. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Höchstmengenvorschläge für Zink in Lebensmitteln inklusive Nahrungsergänzungsmitteln. https://www.bfr.bund.de/cm/343/hoechstmengenvorschlaege-fuer-zink-in-lebensmitteln-inklusive-nahrungsergaenzungsmitteln.pdf
  3. Schweizerische Gesellschaft für Ernährung (SGE): Zink, Schweizer Nährwertdatenbank V7.0, 2026. https://www.sge-ssn.ch/media/qhlps54x/zink-2026.pdf
  4. Verbraucherzentrale: Mehr Zink bei Erkältungen? Stand 11.08.2026. https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/mehr-zink-bei-erkaeltungen-13390
  5. National Institutes of Health, Office of Dietary Supplements: Zinc, Fact Sheet for Health Professionals, Stand 06.01.2026. https://ods.od.nih.gov/factsheets/Zinc-HealthProfessional/
  6. Gandia P et al.: A bioavailability study comparing two oral formulations containing zinc (Zn bis-glycinate vs. Zn gluconate) after a single administration to twelve healthy female volunteers. International Journal for Vitamin and Nutrition Research 2007;77(4):243-248. https://doi.org/10.1024/0300-9831.77.4.243

En lire plus

Person hält frisch geerntete Rote-Bete-Knollen mit Blättern und Wurzeln in den Händen – Rote Bete Dosierung und Verzehr.
Schlafende Frau liegt entspannt mit geschlossenen Augen unter einer weißen Bettdecke – Melatonin Dosierung für besseren Schlaf.

Laisser un commentaire

Ce site est protégé par hCaptcha, et la Politique de confidentialité et les Conditions de service de hCaptcha s’appliquent.