Die Bioverfügbarkeit von Kurkuma erklärt

Kurkuma und ihre Bioverfügbarkeit einfach erklärt

Wer sich mit Kurkuma und insbesondere den verschiedenen Formen, in der die Wurzel angeboten wird, auseinandergesetzt hat, ist sicherlich schon einmal über den Begriff “Bioverfügbarkeit gestolpert. Was dieser bedeutet und in welchem Bezug er zur Kurkuma steht, wird hier erklärt.

Was ist Bioverfügbarkeit?

Bioverfügbarkeit beschreibt wie gut eine eingenommene Substanz in den Blutkreislauf gelangt, um andere Organe zu erreichen. Zeichnet sich die Substanz durch eine geringe Bioverfügbarkeit aus, kann man davon ausgehen, dass der Stoff schlecht vom Körper aufgenommen werden kann und daher nur begrenzt wirkt. Verschiedene Faktoren können die Aufnahme beeinflussen bspw. die Wasserlöslichkeit, die pH-Stabilität, der Einnahmezeitpunkt und die Verstoffwechselung in der Leber. 

Kann der Körper Kurkuma aufnehmen? 

Kurkuma weist eine geringe Bioverfügbarkeit auf. Denn Curcumin, sekundärer Pflanzenstoff der Kurkuma Wurzel und Hauptbestandteil vieler Kurkuma Präparate, ist fettlöslich. Diese Eigenschaft führt dazu, dass sich Curcumin in der wässrigen Umgebung des Darms nicht auflösen kann, um ins Blut zu gelangen. Außerdem wird Curcumin in der Leber sehr schnell verstoffwechselt und ausgeschieden. Selbst bei Einnahme von mehreren Gramm können daher nur sehr geringe Konzentrationen im Blut gemessen werden. [1]

Wie wird Kurkuma am besten aufgenommen? 

In der Forschung wurde nach vielen Methoden gesucht, um die Bioverfügbarkeit von Kurkuma bzw. Curcumin zu verbessern.

Die besten Ergebnisse konnte die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Jan Frank von der Universität Hohenheim erzielen. Es gelang ihnen mit Hilfe einer mizellaren Formulierung, den Blutspiegel von Curcumin über die Zeit um den Faktor 185 zu steigern [2].

Kurz darauf konnten sie zeigen, dass eine regelmäßige Einnahme von Mizell- Kurkuma über mehrere Wochen zu einer Anreicherung des Curcumins im Blut führt. Das soll heißen, dass man bei längerer Einnahme von einer dauerhaft erhöhten Curcumin-Konzentration im Blut profitieren kann [3]. Diese Ergebnisse blieben bislang unübertroffen.  

 

Die Vorteile von Mizell-Kurkuma auf einen Blick: 

  • Bessere Löslichkeit im Darm
  • Höhere Konzentration im Blut bei geringerer Dosierung
  • Anreicherung im Blut bei regelmäßiger Einnahme

 

Welche Rolle spielt die Bioverfügbarkeit bezüglich gesundheitsfördernder Aspekte der Kurkuma? 

Die vorherigen Absätze lassen die Annahme zu, dass eine erhöhte Bioverfügbarkeit maßgeblich ist, um eine bessere Wirkung von Curcumin im Körper zu erzielen. Allerdings darf diese Aussage nicht ganz kommentarlos stehengelassen werden, da schon vor der Entdeckung besser bioverfügbarer Curcumin-Formen positive Studienergebnisse im Hinblick auf gesundheitsfördernde Aspekte erzielt werden konnten. 

Der Grund dafür liegt im Darm: Es wird verstärkt diskutiert, dass Curcumin einen positiven Einfluss auf die Darmgesundheit haben könnte, da es sowohl die Darmschleimhaut als auch und die Bakterien im Darm stärken kann. Durch diesen Effekt könnte der Darm sogar die Entstehung bzw. das Fortschreiten diverser Krankheiten positiv beeinflussen. [4] 

Das heißt also, dass eine verbesserte Bioverfügbarkeit relevant ist, wenn Curcumin über den gesamten Blutkreislauf verschiedene Organe im ganzen Körper erreichen soll. Allerdings ist die Bioverfügbarkeit irrelevant, wenn das Curcumin konzentriert im Darm verbleiben soll, um dort Bakterien, Schleimhäute und den Verdauungsprozess zu unterstützen. Welche Form des Pflanzenstoffs nun eingesetzt werden soll, hängt ganz von den individuellen Bedürfnissen des Konsumenten ab.  

Zusammenfassend: 

  • Mizellares Curcumin erreicht die höchste Bioverfügbarkeit

  • Curcumin mit hoher Bioverfügbarkeit gelangt besser in den Blutkreislauf und kann so weit vom Darm entfernte Organe erreichen

  • Um die gesundheitlichen Vorteile der Kurkuma auszunutzen, ist eine gesteigerte Bioverfügbarkeit nicht immer von Nöten. Hochkonzentrierte Präparate mit geringerer Bioverfügbarkeit sorgen dafür, dass das Curcumin länger im Darm bleibt und lokal sein Potenzial entfaltet.

Quellen: 

[1] Anand, P., Kunnumakkara, A. B., Newman, R. a., & Aggarwal, B. B. (2007). Bioavailability of curcumin: Problems and promises. Molecular Pharmaceutics, 4(6), 807–818. https://doi.org/10.1021/mp700113r 
[2] Schiborr, C., Kocher, A., Behnam, D., Jandasek, J., Toelstede, S., & Frank, J. (2014). The oral bioavailability of curcumin from micronized powder and liquid micelles is significantly increased in healthy humans and differs between sexes. Molecular Nutrition and Food Research, 58(3), 516–527. https://doi.org/10.1002/mnfr.201300724 
[3] Kocher, A., Bohnert, L., Schiborr, C., & Frank, J. (2016). Highly bioavailable micellar curcuminoids accumulate in blood, are safe and do not reduce blood lipids and inflammation markers in moderately hyperlipidemic individuals. Molecular Nutrition & Food Research, 60(7), 1555–1563. https://doi.org/10.1002/mnfr.201501034 
[4] Lopresti, A. L. (2018). The problem of curcumin and its bioavailability: Could its gastrointestinal influence contribute to its overall health-enhancing effects? In Advances in Nutrition (Vol. 9, Issue 1, pp. 41–50). https://doi.org/10.1093/advances/nmx011