Wie viel Vitamin K braucht der Körper täglich? Und worauf solltest du achten, wenn du Vitamin K als Nahrungsergänzungsmittel einnehmen möchtest? Besonders Vitamin K2 steht dabei häufig im Fokus, vor allem in Kombination mit Vitamin D3. Doch welche Dosierung ist tatsächlich sinnvoll?
In diesem Beitrag erfährst du, welche Mengen als Orientierung dienen, was die Wissenschaft zur Einnahme von Vitamin K zeigt und worauf du bei der Dosierung achten solltest.
Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste in Kürze
Wirkung: Vitamin K trägt zu einer normalen Blutgerinnung und zur Erhaltung normaler Knochen bei.
Vitamin K1 und K2: Beide erfüllen wichtige Aufgaben im Körper. Vitamin K2 in Form von MK-7 bleibt länger im Blut verfügbar.
Kombination mit Vitamin D3: Beide Vitamine spielen eine Rolle im Knochenstoffwechsel. Ein zusätzlicher Nutzen der gemeinsamen Einnahme ist bislang nicht ausreichend belegt.
Einnahme: Vitamin K2 am besten zu einer Mahlzeit mit etwas Fett einnehmen. Bei bestimmten Gerinnungshemmern ist ärztliche Rücksprache erforderlich.
Wie viel Vitamin K braucht der Körper täglich?
Offizielle Richtwerte gibt es für Vitamin K insgesamt, nicht für K2 allein. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) nennt Schätzwerte für eine angemessene Zufuhr und unterscheidet dabei nicht zwischen verschiedenen Formen von Vitamin K (1).
| Lebensphase | Männer (µg/Tag) | Frauen (µg/Tag) |
|---|---|---|
| Kinder 1 bis unter 4 Jahre | 15 | 15 |
| Kinder 4 bis unter 7 Jahre | 20 | 20 |
| Kinder 7 bis unter 10 Jahre | 30 | 30 |
| Kinder 10 bis unter 13 Jahre | 40 | 40 |
| Jugendliche 13 bis unter 15 Jahre | 50 | 50 |
| 15 bis unter 51 Jahre | 70 | 60 |
| ab 51 Jahren | 80 | 65 |
| Schwangere und Stillende | 60 |
Weitere Empfehlungen
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) nennt als Orientierung eine tägliche Vitamin-K-Zufuhr von 1 µg pro Kilogramm Körpergewicht. Bei 70 kg entspricht das 70 µg. Dieser Wert wurde auf Grundlage von Vitamin K1 abgeleitet und bezieht sich auf die gesamte Ernährung (2).
Für Nahrungsergänzungsmittel empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) vorsorglich maximal 25 µg Vitamin K2 oder 80 µg Vitamin K1 pro Tag. Ein offizieller tolerierbarer oberer Grenzwert (UL) für Vitamin K existiert bislang nicht (3).
Vitamin K1 und K2: Wirkung und Unterschiede im Körper
Vitamin K ist ein fettlösliches Vitamin, das vor allem für die normale Blutgerinnung und die Erhaltung normaler Knochen wichtig ist. Dabei handelt es sich nicht um eine einzelne Substanz, sondern um eine Gruppe verschiedener Verbindungen. Besonders bekannt sind Vitamin K1 (Phyllochinon), das hauptsächlich in grünem Gemüse vorkommt, und Vitamin K2 (Menachinone), das unter anderem in tierischen und fermentierten Lebensmitteln enthalten ist (1).
Beide Formen erfüllen im Körper grundsätzlich dieselbe Aufgabe: Sie helfen dabei, bestimmte Eiweiße zu aktivieren, die unter anderem an der Blutgerinnung und am Knochenstoffwechsel beteiligt sind (5).
Was unterscheidet Vitamin K2 von Vitamin K1?
Der wichtigste Unterschied liegt darin, wie sich die beiden Vitaminformen im Körper verhalten. Vitamin K2 umfasst verschiedene Verbindungen, darunter MK-4 und MK-7. Besonders gut untersucht ist MK-7, das im Vergleich zu Vitamin K1 deutlich länger im Blut verbleibt und dadurch über einen längeren Zeitraum verfügbar ist (5, 6).
In einer Studie zeigte sich außerdem, dass MK-7 das Knochenprotein Osteocalcin stärker aktivierte als Vitamin K1 (5). Ob sich daraus langfristig zusätzliche gesundheitliche Vorteile ergeben, ist jedoch noch nicht ausreichend geklärt.
Für Vitamin K sind zwei gesundheitsbezogene Aussagen zugelassen: Es trägt zu einer normalen Blutgerinnung und zur Erhaltung normaler Knochen bei. Diese gelten für Vitamin K insgesamt. Weitergehende Wirkungen von Vitamin K2, etwa zum Schutz vor Osteoporose oder Gefäßerkrankungen, sind bislang nicht ausreichend belegt (8).
Vitamin K2 und D3: Ist die Kombination sinnvoll?
Vitamin D3 und K2 werden häufig gemeinsam in Nahrungsergänzungsmitteln angeboten. Der Grund: Vitamin D trägt zu einer normalen Aufnahme und Verwertung von Calcium bei, Vitamin K zur Erhaltung normaler Knochen (7).
Dabei übernehmen sie unterschiedliche Aufgaben: Vitamin D unterstützt die Aufnahme und Verwertung von Calcium, während Vitamin K an der Aktivierung bestimmter Eiweiße beteiligt ist, die für den Knochenstoffwechsel wichtig sind (5, 8). Daraus ergibt sich die Annahme, dass sich beide Vitamine in ihrer Wirkung ergänzen könnten.
Die Kombination von Vitamin D3 und K2 wird deshalb erforscht. Die bisherige Studienlage reicht noch nicht aus, um eine allgemeine Empfehlung zur gemeinsamen Einnahme auszusprechen. Hierfür sind weitere aussagekräftige Studien erforderlich (7, 9).
Vitamin K2 richtig einnehmen: Wann und wie?
Da Vitamin K2 fettlöslich ist, empfiehlt sich die Einnahme zu einer Mahlzeit, die etwas Fett enthält. Das kann die Aufnahme im Körper unterstützen. Erste Studien liefern Hinweise darauf, dass die Aufnahme von Vitamin K2 auch von der jeweiligen Darreichungsform abhängt (10).
Eine bestimmte Tageszeit musst du dabei nicht einhalten. Vitamin K2 in Form von MK-7 bleibt vergleichsweise lange im Blut, sodass die regelmäßige Einnahme wichtiger ist als die genaue Uhrzeit (11). Ob morgens zum Frühstück oder abends zum Essen, kannst du daher nach deinen persönlichen Gewohnheiten entscheiden.
Einen allgemein festgelegten Einnahmezeitraum gibt es nicht. Halte dich an die empfohlene Tagesdosis des Präparats und kläre die Einnahme bei Vorerkrankungen oder regelmäßiger Medikamenteneinnahme gegebenenfalls ärztlich ab.
Nebenwirkungen und Wechselwirkungen von Vitamin K2
Vitamin K2 gilt in üblichen Mengen als gut verträglich. Allerdings gibt es bislang nur begrenzte Daten zur langfristigen Einnahme, insbesondere in Kombination mit Vitamin D3 (7).
Besondere Vorsicht ist bei Vitamin-K-Antagonisten vom Cumarin-Typ geboten. Vitamin K2 kann ihre Wirkung bereits in geringen Mengen abschwächen. Zu anderen Gerinnungshemmern liegen hierzu keine Angaben vor. Betroffene sollten Vitamin-K2-Präparate daher nur nach ärztlicher Rücksprache einnehmen und auf eine möglichst gleichmäßige Vitamin-K-Zufuhr achten (3, 12).
Auch bei Erkrankungen des Darms, der Leber oder bei Störungen der Fettaufnahme sowie bei der regelmäßigen Einnahme bestimmter Medikamente kann die Vitamin-K-Versorgung beeinträchtigt sein. In diesen Fällen ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll (4).
Worauf sollte man bei Vitamin-K2-Präparaten achten?
Nicht jedes Vitamin-K2-Präparat ist gleich. Neben der Dosierung spielen auch die enthaltene Vitaminform und die Qualität eine wichtige Rolle. Diese fünf Punkte helfen dir bei der Auswahl:
Vitamin-K2-Gehalt: Achte darauf, wie viel Vitamin K2 pro Tagesdosis enthalten ist. Die Menge sollte in Mikrogramm (µg) angegeben sein.
Dosierung: Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt für Nahrungsergänzungsmittel vorsorglich maximal 25 µg Vitamin K2 pro Tag. Dieser Wert dient als Orientierung und ist keine gesetzliche Höchstgrenze (3).
Vitamin-K2-Form: Hochwertige Präparate geben an, welche Form enthalten ist, beispielsweise MK-7. Die Bezeichnung all-trans beschreibt die biologisch aktive Molekülform.
Zusammensetzung: Achte auf eine übersichtliche Zutatenliste. Bei Kombipräparaten mit Vitamin D3 solltest du auch die Vitamin-D-Menge berücksichtigen, insbesondere wenn du weitere Nahrungsergänzungsmittel einnimmst.
Qualität und Reinheit: Unabhängige Laborprüfungen und transparente Angaben zur Herkunft und Herstellung helfen dir, die Qualität eines Präparats besser einzuschätzen.
Fazit
Vitamin K trägt zu einer normalen Blutgerinnung und zur Erhaltung normaler Knochen bei. Vitamin K2 rückt zunehmend in den Fokus der Forschung, auch in Kombination mit Vitamin D3. Eine allgemeine Empfehlung lässt sich daraus bisher nicht ableiten.
Wer Vitamin K2 ergänzen möchte, sollte vor allem auf eine angemessene Dosierung, die enthaltene Vitaminform und die Qualität des Präparats achten. Entscheidend ist nicht eine möglichst hohe Dosierung, sondern eine bedarfsgerechte Versorgung. Bei der Einnahme bestimmter Medikamente ist zudem eine ärztliche Rücksprache wichtig.
Unser Experte
Häufige Fragen zur Vitamin-K2-Dosierung
Wie viel Vitamin K2 pro Tag ist sinnvoll?
Einen offiziellen Referenzwert nur für K2 gibt es nicht. Orientierung geben die DGE-Schätzwerte für Vitamin K insgesamt (60 bis 80 µg für Erwachsene) und der BfR-Höchstmengenvorschlag von 25 µg K2 pro Tagesdosis für Präparate.
Was ist der Unterschied zwischen Vitamin K1 und K2?
K1 steckt vor allem in grünem Gemüse, K2 in fermentierten und tierischen Lebensmitteln. Beide aktivieren Vitamin-K-abhängige Eiweiße. Für die K2-Form MK-7 zeigten Studien eine deutlich längere Verweildauer im Blut als für K1.
Ist Vitamin K2 zusammen mit D3 sinnvoll?
Die Kombination ist verbreitet. Ein zusätzlicher gesundheitlicher Nutzen gegenüber Vitamin D allein ist bislang nicht ausreichend belegt, eine offizielle Empfehlung gibt es nicht.
Wann nehme ich Vitamin K2 am besten ein?
Zu einer Mahlzeit, am besten immer zum selben Anlass im Alltag. Eine bestimmte Uhrzeit scheint nicht nötig zu sein.
Darf ich Vitamin K2 einnehmen, wenn ich Gerinnungshemmer nehme?
Bei Vitamin-K-Antagonisten wie Phenprocoumon nur nach Rücksprache mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, denn schon geringe Mengen K2 können die Wirkung abschwächen. Bei anderen Gerinnungshemmern frage ebenfalls vorab nach.
Deckt eine ausgewogene Ernährung meinen Bedarf?
Bei gesunden Menschen in der Regel ja. Grünes Blattgemüse, Kräuter und fermentierte Lebensmittel liefern Vitamin K, Präparate sind meist nicht nötig.
Referenzen zum Nachlesen
- DGE. Vitamin K, Referenzwerte [Stand: 12.10.2026]. Verfügbar unter: https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/vitamin-k/.
- EFSA Panel on Dietetic Products, Nutrition and Allergies (NDA). Scientific Opinion on Dietary Reference Values for vitamin K. EFSA Journal 2017; 15(5):4780 [Stand: 12.10.2026]. Verfügbar unter: https://www.efsa.europa.eu/en/efsajournal/pub/4780.
- Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Höchstmengenvorschläge für Vitamin K in Lebensmitteln inklusive Nahrungsergänzungsmitteln. Gesundheitliche Bewertung [Stand: 12.10.2026]. Verfügbar unter: https://www.bfr.bund.de/cm/343/hoechstmengenvorschlaege-fuer-vitamin-k-in-lebensmitteln-inklusive-nahrungsergaenzungsmitteln.pdf.
- Verbraucherzentrale. Vitamin-K-Produkte, was ist sinnvoll? Stand: 05.12.2025 [Stand: 12.10.2026]. Verfügbar unter: https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/vitaminkprodukte-was-ist-sinnvoll-26574.
- Schurgers LJ, Teunissen KJF, Hamulyák K, Knapen MHJ, Vik H, Vermeer C. Vitamin K-containing dietary supplements: comparison of synthetic vitamin K1 and natto-derived menaquinone-7. Blood 2007; 109(8):3279-3283. Verfügbar unter: https://doi.org/10.1182/blood-2006-08-040709.
- Akbulut AC, Pavlic A, Petsophonsakul P, Halder M, Maresz K, Kramann R, Schurgers L. Vitamin K2 Needs an RDI Separate from Vitamin K1. Nutrients 2020; 12(6). Verfügbar unter: https://doi.org/10.3390/nu12061852.
- Moll D. BfR: Wechselwirkung zwischen Vitamin D und K. PTAheute/DAZ.online, 09.01.2024 (Bericht über die BfR-Stellungnahme 065/2023 vom 07.12.2023) [Stand: 12.10.2026]. Verfügbar unter: https://www.ptaheute.de/aktuelles/2024/01/09/bfr-wechselwirkung-zwischen-vitamin-d-und-k.
- Verordnung (EU) Nr. 432/2012 der Kommission vom 16. Mai 2012 zur Erstellung einer Liste zulässiger gesundheitsbezogener Angaben über Lebensmittel [Stand: 12.10.2026]. Verfügbar unter: https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:32012R0432.
- Verbraucherzentrale. Vitamin D besser mit Vitamin K2? Stand: 15.07.2026 [Stand: 12.10.2026]. Verfügbar unter: https://www.verbraucherzentrale.de/node/39144.
- Morifuji M, Takahashi S, Sano C, Baba S, Ichikawa S. Non-Fat Fermented Milk Enhanced the Bioavailability of Fat-Soluble Vitamins in Humans: A Crossover Study. J Nutr Sci Vitaminol 2026; 72(1). Verfügbar unter: https://doi.org/10.3177/jnsv.72.53.
- Du F, Yan M, Duan L, Xie G, Yao X, Hu W, Liu Y, Meng M, Chen J, Shao D. The study of bioavailability and endogenous circadian rhythm of menaquinone-7, a form of vitamin K in healthy subjects. Br J Nutr 2023; 130(11). Verfügbar unter: https://doi.org/10.1017/S0007114523001034.
- Theuwissen E, Teunissen KJ, Spronk HMH, Hamulyák K, ten Cate H, Shearer MJ, Vermeer C, Schurgers LJ. Effect of low-dose supplements of menaquinone-7 (vitamin K2) on the stability of oral anticoagulant treatment: dose-response relationship in healthy volunteers. J Thromb Haemost 2013; 11(6). Verfügbar unter: https://doi.org/10.1111/jth.12203.



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