Montmorency-Sauerkirsche

Sauerkirschen Nebenwirkungen: Was du wissen solltest

Frau hält Sauerkirschen in der Hand, Symbol für Sauerkirschen Nebenwirkungen

Sauerkirschen gelten als gut verträglich und sind für die meisten Menschen eine unbedenkliche Ergänzung der Ernährung. Dennoch können sie in größeren Mengen oder bei empfindlichen Personen Beschwerden wie Blähungen, Bauchschmerzen oder Durchfall verursachen. Auch allergische Reaktionen sind möglich.


Doch woran liegt das, und gibt es Unterschiede zwischen frischen Sauerkirschen, Saft und Konzentrat? Wir erklären, welche Nebenwirkungen auftreten können, wer beim Verzehr vorsichtig sein sollte und was die Wissenschaft über die Verträglichkeit von Sauerkirschen sagt.

Das Wichtigste in Kürze

Gute Verträglichkeit: Sauerkirschen werden von den meisten Menschen gut vertragen. In üblichen Verzehrmengen sind keine schwerwiegenden Nebenwirkungen zu erwarten.

Mögliche Verdauungsbeschwerden: Größere Mengen können aufgrund der enthaltenen Fruktose und des Sorbits Blähungen, Bauchschmerzen oder Durchfall verursachen.

Saft und Konzentrat: Bei Sauerkirschsaft und konzentrierten Produkten solltest du besonders auf die Portionsgröße und die individuelle Verträglichkeit achten.

Welche Nebenwirkungen können Sauerkirschen haben?

Sauerkirschen sind ein natürliches Lebensmittel, das die meisten Menschen problemlos genießen können. Dennoch können nach dem Verzehr gelegentlich Verdauungsbeschwerden auftreten.


Dazu gehören insbesondere:

  • Blähungen und Völlegefühl
  • Bauchschmerzen oder Bauchkrämpfe
  • Weicher Stuhl oder Durchfall

Verantwortlich dafür können unter anderem die enthaltene Fruktose (Fruchtzucker) und der Zuckeralkohol Sorbit sein (1). Beide Stoffe werden im Dünndarm nicht bei jedem Menschen vollständig aufgenommen. Gelangen größere Mengen in den Dickdarm, können sie dort von Darmbakterien abgebaut werden. Dabei entstehen Gase, die Blähungen und Bauchschmerzen begünstigen (2).


Zusätzlich kann Wasser in den Darm gelangen, wodurch weicher Stuhl oder Durchfall entstehen kann. Dies ist auch deswegen zutreffend, weil Sauerkirschen einen hohen Gehalt an Ballaststoffen haben, welche die Darmtätigkeit anregen (3).


Besonders Menschen mit einer Fruktosemalabsorption oder Sorbitunverträglichkeit reagieren empfindlich. Allerdings bedeutet das nicht, dass Sauerkirschen grundsätzlich schlecht für die Verdauung sind.

Wie viele Sauerkirschen verträglich sind, ist individuell unterschiedlich. Eine allgemeingültige Höchstmenge lässt sich deshalb nicht festlegen. Wenn du einen empfindlichen Magen hast, empfiehlt es sich, zunächst eine kleine Portion zu essen und auf die Reaktion deines Körpers zu achten.

Sauerkirschsaft neben frischen Sauerkirschen am Tisch

Hat Sauerkirschsaft Nebenwirkungen?

Nicht nur frische Sauerkirschen, sondern auch Sauerkirschsaft und Sauerkirschsaft-Konzentrat können bei empfindlichen Menschen Verdauungsbeschwerden verursachen (2). Entscheidend sind vor allem die verzehrte Menge, die Zusammensetzung des Produkts und die individuelle Verträglichkeit.


Im Gegensatz zu ganzen Früchten enthält Sauerkirschsaft in der Regel deutlich weniger Ballaststoffe. Bei einem Konzentrat wird dem ursprünglichen Saft zusätzlich ein Teil des Wassers entzogen. Dadurch liegen bestimmte Inhaltsstoffe in konzentrierter Form vor.


Die wichtigsten Unterschiede im Überblick:

Darreichungsform

Was solltest du beachten?

Frische Sauerkirschen

Enthalten Ballaststoffe, Fruktose und Sorbit. Größere Mengen können Verdauungsbeschwerden auslösen.

Sauerkirschsaft

Enthält weniger Ballaststoffe als die ganze Frucht. Zucker und Fruchtsäuren können bei häufigem Konsum relevant sein.

Sauerkirschsaft-Konzentrat

Enthält konzentrierte Fruchtbestandteile. Die empfohlene Portionsgröße und gegebenenfalls die Verdünnung sollten beachtet werden.

Sauerkirschkapseln

Zusammensetzung und Dosierung unterscheiden sich je nach Produkt. Entscheidend sind die enthaltenen Inhaltsstoffe und die Herstellerangaben.

Können Sauerkirschen Allergien auslösen?

Ja, auch Sauerkirschen können allergische Reaktionen hervorrufen. Besonders relevant ist dabei die sogenannte Kreuzallergie, die unter anderem bei Menschen mit einer Birkenpollenallergie auftreten kann.


Der Grund: Bestimmte Eiweiße in Kirschen ähneln den Allergenen der Birkenpollen. Das Immunsystem kann diese Strukturen verwechseln und deshalb auch auf den Verzehr von Kirschen reagieren (4).


Typische Anzeichen einer allergischen Reaktion sind:

  • Kribbeln oder Juckreiz im Mund und Rachen
  • Schwellungen der Lippen oder Mundschleimhaut
  • Hautrötungen oder Hautausschlag
  • Gelegentlich Magen-Darm-Beschwerden

Diese Beschwerden treten häufig bereits kurz nach dem Verzehr auf. Bei pollenassoziierten Kreuzallergien bleiben sie meist auf den Mund- und Rachenraum begrenzt. In seltenen Fällen sind jedoch auch schwere allergische Reaktionen möglich.

Wichtig: Nicht jeder Mensch mit einer Birkenpollenallergie reagiert automatisch auf Sauerkirschen. Wenn du nach dem Verzehr wiederholt Beschwerden bemerkst, solltest du die Ursache allergologisch abklären lassen. Bei Atemnot oder starken Schwellungen im Rachen ist sofort medizinische Hilfe erforderlich.

Sind Sauerkirschen bei Diabetes geeignet?

Auch Menschen mit Diabetes können Sauerkirschen grundsätzlich in ihre Ernährung integrieren. Wie bei anderen Obstsorten kommt es dabei vor allem auf die verzehrte Menge und den enthaltenen Kohlenhydratgehalt an.


Sauerkirschen enthalten von Natur aus Zucker, darunter Glukose und Fruktose (1). Ganze Früchte liefern zusätzlich Ballaststoffe. Bei Säften und insbesondere Konzentraten kann dagegen bereits eine vergleichsweise kleine Portion eine relevante Menge an Zucker enthalten.

Können Sauerkirschen den Blutzucker senken?

Sauerkirschen enthalten Anthocyane. Diese sekundären Pflanzenstoffe gehören zur Gruppe der Polyphenole und sind unter anderem für die rote Färbung der Früchte verantwortlich.


In experimentellen Untersuchungen wurden mögliche Einflüsse bestimmter Anthocyane auf die Insulinsekretion beobachtet (7). Auch klinische Studien haben sich mit den Auswirkungen von Sauerkirschsaft auf verschiedene kardiometabolische Risikofaktoren beschäftigt (8).


Bislang lässt sich daraus jedoch nicht ableiten, dass Sauerkirschen oder Sauerkirschsaft den Blutzucker bei Menschen mit Diabetes zuverlässig senken. Die bisherigen Ergebnisse reichen nicht aus, um eine entsprechende Wirkung als gesichert anzusehen (7, 8).

Für Menschen mit Diabetes gilt daher: Ganze Sauerkirschen können Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung sein. Bei Sauerkirschsaft und Konzentrat solltest du die enthaltene Kohlenhydratmenge berücksichtigen und gegebenenfalls deine Blutzuckerreaktion beobachten. Mögliche Alternative können Sauerkirschkapseln aus Sauerkirschpulver sein.

Sauerkirschen am Baum

Können Sauerkirschen die Zähne schädigen?

Sauerkirschen enthalten neben natürlichem Zucker auch Fruchtsäuren. Insbesondere bei häufigem Kontakt können diese Säuren den Zahnschmelz angreifen und die Entstehung von Zahnerosionen begünstigen (5). Bei üblichen Mengen ist dies jedoch unproblematisch.


Du musst deshalb nicht grundsätzlich auf Sauerkirschen oder ihren Saft verzichten. Mit einigen einfachen Gewohnheiten kannst du deine Zähne schützen:


  • Saft nicht ständig über den Tag verteilt trinken: Häufige Säurekontakte belasten den Zahnschmelz.
  • Nach dem Trinken mit Wasser nachspülen: So lassen sich Zucker- und Säurereste im Mund reduzieren.
  • Nicht unmittelbar danach die Zähne putzen: Warte nach säurehaltigen Lebensmitteln oder Getränken etwas, bevor du zur Zahnbürste greifst.
  • Saft möglichst zu einer Mahlzeit trinken: Dadurch lässt sich die Häufigkeit zusätzlicher Säurekontakte begrenzen.

Eine praktische Alternative können Sauerkirschkapseln sein. Sie ermöglichen die Aufnahme ausgewählter Inhaltsstoffe der Sauerkirsche, ohne dass die Zähne beim Verzehr direkt mit dem Fruchtsaft in Kontakt kommen. Welche Inhaltsstoffe enthalten sind, hängt dabei vom jeweiligen Produkt ab.

Wer sollte beim Verzehr von Sauerkirschen vorsichtig sein?

Für die meisten Menschen sind Sauerkirschen gut verträglich. Einige Personengruppen sollten jedoch genauer auf die Menge und mögliche Beschwerden achten.


Dazu gehören insbesondere:


  • Menschen mit Fruktosemalabsorption oder Sorbitunverträglichkeit: Bereits kleinere Mengen können Verdauungsbeschwerden verursachen. Bei einer hereditären Fruktoseintoleranz gelten besondere medizinische Ernährungsvorgaben.
  • Menschen mit einer bekannten Kirschallergie: Der Verzehr sollte entsprechend der allergologischen Empfehlung vermieden werden (4).
  • Menschen mit einer Pollenallergie: Bei einer bestehenden Kreuzallergie können auch Sauerkirschen Beschwerden auslösen (4).
  • Menschen mit Diabetes: Besonders bei Säften und Konzentraten sollte die enthaltene Kohlenhydratmenge berücksichtigt werden.

Wenn du Sauerkirschen bisher problemlos vertragen hast, besteht normalerweise kein Grund, auf sie zu verzichten.

Fazit

Sauerkirschen sind ein gesundes und nährstoffreiches Lebensmittel, das in der Regel gut vertragen wird. Es sind keine signifikanten Nebenwirkungen bekannt, jedoch sollte man bei empfindlichem Magen oder bestimmten Allergien vorsichtig sein. In Maßen genossen, können sie sogar positive Effekte auf die Verdauung und den Blutzuckerspiegel haben. 


Wer jedoch auf Fruchtzucker empfindlich reagiert oder eine Birkenpollenallergie hat, sollte den Verzehr mit Bedacht angehen. Insgesamt bieten Sauerkirschen eine köstliche und gesunde Bereicherung für die Ernährung – solange man auf die eigene Verträglichkeit achtet.

Unser Experte

Portrait  Tobias D. Duven

Tobias D. Duven

Heilpraktiker

Schwerpunkte:
Autoimmunerkrankungen | Chronic Fatigue Syndrom | High-Performance-Medizin

Referenzen zum Nachlesen:


  1. Nährwertrechner.de: Sauerkirsche Nährwerte https://www.naehrwertrechner.de/naehrwerte/F212000/Sauerkirsche/ (abgerufen am 02.10.2024) 
  2. National Capital Poison Center: What are side effects of tart cherry juice? https://www.poison.org/articles/should-you-use-tart-cherry-juice-for-sleep#:~:text=Potential%20side%20effects%20of%20tart,to%20certain%20types%20of%20cherries. (abgerufen am 02.10.2024) 
  3. Othaim, Ayoub Al/Daya Marasini/Franck Carbonero: Impact of increasing concentration of tart and sweet cherries juices concentrates on healthy mice gut microbiota, in: Food Frontiers, Bd. 1, Nr. 3, 01.09.2020, [online] doi:10.1002/fft2.46, S. 224–233. 
  4. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen: Nahrungsmittelallergie https://www.gesundheitsinformation.de/nahrungsmittelallergie.html (abgerufen am 02.10.2024) 
  5. Bayerische Landeszahnärztekammer: Zahngesund essen und trinken https://www.zahn.de/zahn/web.nsf/id/pa_zahngesund_essen_und_trinken.html#:~:text=Fruchtzucker%20besitzt%20eine%20hohe%20Kariogenit%C3%A4t,Z%C3%A4hne%20werden%20demineralisiert%2C%20Karies%20entsteht. (abgerufen am 02.10.2024) 
  6. Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Zuckergehalt https://www.dge-sh.de/zuckergehalt.html#:~:text=Dass%20sich%20oftmals%20trotzdem%20Zucker,g%20Zucker%20pro%20100%20g (abgerufen am 02.10.2024) 
  7. Bolleddula Jayaprakasam et al: Insulin Secretion by Bioactive Anthocyanins and Anthocyanidins Present in Fruits, Journal of Agricultural and Food Chemistry 2005: 53 (1), 28-31 (2) Robert A. Jacob et al : Consumption of Cherries Lowers Plasma Urate in Healthy Women, Journal of Nutrition 2003: 133 (6), 1826-1829 
  8. Moosavian, Seyedeh Parisa/Maryam Maharat/Mahla Chambari/Fateme Moradi/Mehran Rahimlou: Effects of tart cherry juice consumption on cardio-metabolic risk factors: A systematic review and meta-analysis of randomized-controlled trials, in: Complementary Therapies in Medicine, Bd. 71, 28.08.2022, [online] doi:10.1016/j.ctim.2022.102883, S. 102883. 

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