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Ernährung bei Muskelaufbau: So viel Protein brauchst du

Sportler isst nach dem Training eine proteinreiche Mahlzeit zur Unterstützung von Regeneration und Muskelaufbau.

Die Ernährung bei Muskelaufbau ist ein zentraler Faktor dafür, ob Trainingsreize tatsächlich in neue Muskelmasse umgesetzt werden. Auch bei regelmäßigem Training und scheinbar ausreichender Proteinzufuhr bleiben Fortschritte häufig aus, wenn Menge, Qualität und Verteilung der Proteinzufuhr nicht optimal aufeinander abgestimmt sind.


In diesem Ratgeber erfährst du, wie hoch der Proteinbedarf wirklich ist, warum die Proteinqualität eine entscheidende Rolle spielt und welche Bedeutung essenzielle Aminosäuren wie Leucin für die Muskelproteinsynthese haben.

Das Wichtigste in Kürze

Die Ernährung bei Muskelaufbau entscheidet maßgeblich darüber, ob Trainingsreize in Muskelmasse umgesetzt werden.

Entscheidend ist nicht nur die Proteinmenge, sondern auch die Qualität und Verteilung über den Tag.

Ohne ausreichende Energie- und Proteinversorgung bleibt das Potenzial des Trainings häufig ungenutzt.

Warum die Ernährung bei Muskelaufbau genauso wichtig ist wie das Training

Training setzt den Reiz, Ernährung bei Muskelaufbau liefert die Grundlage, um diesen Reiz in tatsächlichen Muskelaufbau umzuwandeln. Ohne eine gezielt abgestimmte Ernährung bei Muskelaufbau bleibt selbst ein gut geplantes Krafttraining in seiner Wirkung deutlich begrenzt.


Beim Krafttraining entstehen mechanische Spannungen und mikroskopisch kleine Schäden in der Muskulatur. Diese setzen im Körper einen Anpassungsprozess in Gang, bei dem die Muskelproteinsynthese erhöht wird – also der Aufbau neuer Muskelproteine. Ob daraus langfristig mehr Muskelmasse entsteht, hängt jedoch entscheidend davon ab, ob dem Körper ausreichend Energie und vor allem genügend Aminosäuren zur Verfügung stehen.


Ist die Proteinzufuhr unzureichend oder das Aminosäureprofil nicht optimal, kann die Muskelproteinsynthese nicht ihr volles Potenzial ausschöpfen. Der Trainingsreiz wird dann zwar gesetzt, bleibt aber in seiner anabolen Wirkung eingeschränkt. Genau deshalb ist eine durchdachte Ernährung bei Muskelaufbau keine bloße Ergänzung zum Training, sondern eine gleichwertige Voraussetzung für nachhaltige Fortschritte.

Proteinreiche Lebensmittel wie Eier, Lachs, Fleisch, Milchprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse und Brokkoli im Überblick.

Wie viel Protein braucht man für Muskelaufbau?

Die Frage nach dem Proteinbedarf ist der Kern jeder Ernährung bei Muskelaufbau und gehört zu den zentralen Themen im Krafttraining. Aktuelle Empfehlungen der International Society of Sports Nutrition (ISSN) geben für Kraftsportler eine tägliche Proteinzufuhr von etwa 1,4 bis 2,0 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht an (1). Dieser Bereich gilt als ausreichend, um eine positive Proteinbilanz zu erreichen und die durch Training gesteigerte Muskelproteinsynthese optimal zu unterstützen.


  • Anfänger vs. Fortgeschrittene: Einsteiger profitieren häufig bereits im unteren bis mittleren Bereich dieser Spanne, da die Muskulatur zu Beginn besonders stark auf Trainingsreize reagiert. Mit zunehmender Trainingserfahrung und höherem Trainingsvolumen steigt jedoch der Bedarf, sodass fortgeschrittene Athleten eher vom oberen Bereich oder leicht darüber profitieren können, um weiterhin effektive Anpassungen zu fördern.
  • Kaloriendefizit: Befindet sich der Körper in einer Diätphase, in der Körperfett reduziert werden soll, steigt der Proteinbedarf deutlich an. Laut ISSN können hier etwa 2,3 bis 3,1 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht sinnvoll sein, um Muskelmasse bestmöglich zu erhalten und Abbauprozesse zu minimieren.
  • Ältere Menschen: Mit zunehmendem Alter nimmt die Empfindlichkeit der Muskulatur gegenüber Proteinreizen ab – ein Effekt, der als anabole Resistenz bezeichnet wird. Für gesunde Menschen über 65 Jahre wird eine Zufuhr von mindestens 1,0 bis 1,2 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht täglich empfohlen, um Muskelmasse und Funktion zu erhalten (2).

Proteinbedarf auf einen Blick


  • Allgemeine Empfehlung Erwachsene (ohne Training): ca. 0,8 g/kg Körpergewicht
  • Muskelaufbau: 1,4–2,0 g/kg Körpergewicht
  • Muskelaufbau im Kaloriendefizit: 2,3–3,1 g/kg Körpergewicht
  • Ältere Menschen (>65 Jahre): mindestens 1,0–1,2 g/kg Körpergewicht
  • Pro Mahlzeit sinnvoll: etwa 0,25 g/kg Körpergewicht beziehungsweise 20–40 g hochwertiges Protein (1)
Sportlerin und Sportler trainieren mit Kurzhanteln für mehr Kraft und gezielten Muskelaufbau.

Warum Protein mehr ist als nur Eiweiß

Wer beim Thema Eiweiß und Muskelaufbau nur auf die Gesamtmenge schaut, übersieht einen entscheidenden Aspekt: Protein ist kein einheitlicher Nährstoff, sondern besteht aus 20 verschiedenen Aminosäuren. Genau diese Aminosäuren sind die eigentlichen Bausteine, aus denen der Körper neues Muskelgewebe aufbaut.


Neun dieser Aminosäuren gelten als essenziell. Das bedeutet, der Körper kann sie nicht selbst herstellen und ist vollständig auf die Zufuhr über die Ernährung angewiesen. Die übrigen Aminosäuren kann der Organismus bei Bedarf selbst aus anderen Stickstoffverbindungen oder Aminosäurevorstufen synthetisieren. Ein Protein gilt dann als „vollständig“, wenn es alle neun essenziellen Aminosäuren in ausreichender Menge und im passenden Verhältnis enthält.


Hier kommt der Begriff der Proteinqualität ins Spiel: Nicht jedes Lebensmittel mit identischem Proteingehalt wirkt im Körper gleich. Entscheidend ist, wie gut das Aminosäureprofil zur Muskelproteinsynthese beiträgt und wie effizient der Körper diese Bausteine verwerten kann.

Proteinqualität messbar gemacht: die biologische Wertigkeit

Wie gut ein Lebensmittel sein Aminosäureprofil tatsächlich für den Körper bereitstellt, lässt sich über die biologische Wertigkeit beschreiben. Sie gibt an, wie effizient aufgenommenes Nahrungsprotein in körpereigenes Protein, etwa Muskelgewebe, umgewandelt werden kann. Damit spiegelt sie wider, wie nah das jeweilige Aminosäureprofil am menschlichen Bedarf liegt.


Als Referenz für die Ernährung bei Muskelaufbau dient seit den 1930er-Jahren das Vollei mit einer biologischen Wertigkeit von 100. Tierische Proteinquellen erreichen häufig hohe Werte, da ihr Aminosäureprofil dem menschlichen Bedarf sehr ähnlich ist. Pflanzliche Proteine liegen einzeln betrachtet oft darunter, können aber je nach Kombination ebenfalls sehr effizient genutzt werden.

Proteinquelle

Biologische Wertigkeit (Vollei = 100)

Molkenprotein

104–110

Vollei

100

Kartoffel

98–100

Rindfleisch

92

Milch

88

Sojaprotein

84–86

Besonders interessant ist der sogenannte Ergänzungseffekt: Kombiniert man unterschiedliche Proteinquellen, können sich limitierende Aminosäuren gegenseitig ausgleichen. Dadurch kann die biologische Wertigkeit einer Mahlzeit über den Wert einzelner Lebensmittel hinaus steigen. Ein klassisches Beispiel ist die Kombination aus etwa 65 % Kartoffel- und 35 % Eiprotein, die eine biologische Wertigkeit von bis zu 136 erreichen kann.

Warum essenzielle Aminosäuren für die Ernährung bei Muskelaufbau entscheidend sind

Essenzielle Aminosäuren (EAA) sind neun Aminosäuren, die der Körper nicht selbst herstellen kann und deshalb über die Nahrung aufnehmen muss. Sie bilden die Grundlage jeder Muskelproteinsynthese und sind damit ein zentraler Baustein für den Muskelaufbau.


  • Alle neun werden benötigt: Muskelprotein wird immer aus allen essenziellen Aminosäuren gleichzeitig aufgebaut. Fehlt auch nur eine davon in ausreichender Menge, entsteht ein Engpass – der Muskelaufbau wird dann begrenzt, unabhängig von der Gesamtproteinmenge.
  • Warum der Körper sie nicht selbst bilden kann: Dem menschlichen Stoffwechsel fehlen die notwendigen Enzyme, um diese Aminosäuren selbst herzustellen. Daher müssen sie regelmäßig über die Ernährung zugeführt werden.
  • Gute Nahrungsquellen: Vollständige EAA-Profile liefern vor allem tierische Lebensmittel wie Eier, Milchprodukte, Fleisch und Fisch. Unter den pflanzlichen Quellen gelten Soja, Quinoa und Buchweizen als besonders hochwertige Quellen..

Leucin – die Schlüsselfigur unter den Aminosäuren?

Leucin ist eine essenzielle Aminosäure und gehört gemeinsam mit Isoleucin und Valin zu den verzweigtkettigen Aminosäuren (BCAA). Innerhalb dieser Gruppe übernimmt es eine besonders wichtige regulatorische Funktion im Muskelaufbau.


  • Startsignal für Muskelaufbau: Leucin aktiviert den mTOR-Signalweg, der als zentraler Schalter für die Muskelproteinsynthese gilt. Dadurch fungiert Leucin gewissermaßen als Auslöser für den Start von Aufbauprozessen im Muskel. 
  • Die Leucin-Schwelle: Für eine maximale Stimulation der Muskelproteinsynthese ist pro Mahlzeit eine bestimmte Menge Leucin erforderlich. Diese sogenannte Leucin-Schwelle liegt bei trainierten Erwachsenen grob bei etwa 2–3 g Leucin pro Mahlzeit. Studien zeigen, dass z. B. rund 20 g Molkenprotein (≈ 2,5 g Leucin) nach dem Training ausreichen können, um die Muskelproteinsynthese maximal anzuregen (3).
  • Gute Leucinquellen: Besonders hohe Mengen finden sich in Whey-Protein, Fleisch, Fisch, Eiern und Milchprodukten. Pflanzliche Quellen wie Soja enthalten ebenfalls Leucin, jedoch meist in geringerer Dichte.
  • Wichtige Einschränkung: Leucin allein reicht nicht aus, um Muskelaufbau dauerhaft zu unterstützen. Isolierte BCAA sind nicht ausreichend, da für die Muskelproteinsynthese alle neun essenziellen Aminosäuren benötigt werden. Leucin wirkt dabei als Signalgeber, während die übrigen Aminosäuren das eigentliche Baumaterial liefern (4).
Athletin trainiert Kniebeugen mit einer Langhantel als Teil eines Trainingsplans für Muskelaufbau.

EAA oder BCAA – was ist sinnvoller für Ernährung bei Muskelaufbau?

Die Begriffe EAA und BCAA werden im Alltag häufig verwechselt, beschreiben jedoch unterschiedliche Aminosäuregruppen. BCAA (Branched-Chain Amino Acids) bestehen ausschließlich aus den drei verzweigtkettigen Aminosäuren Leucin, Isoleucin und Valin. EAA (Essential Amino Acids) umfassen dagegen alle neun essenziellen Aminosäuren – also zusätzlich die sechs weiteren, die der Körper nicht selbst herstellen kann.


Wissenschaftliche Evidenz: Die isolierte Gabe von BCAA zeigt in Studien keine relevante Steigerung der Muskelproteinsynthese beim Menschen. Eine Übersichtsarbeit kommt zu dem Schluss, dass für isolierte BCAA keine belastbaren Belege für eine eigenständige anabole Wirkung vorliegen (4). Der zentrale Grund: Für den Aufbau von Muskelprotein werden alle essenziellen Aminosäuren gleichzeitig benötigt. Fehlen einzelne Bausteine, kann der Prozess nicht effizient ablaufen.


Kriterium

EAA

BCAA

Enthaltene Aminosäuren

alle 9 essenziellen Aminosäuren

nur 3 (Leucin, Isoleucin, Valin)

Wirkung auf Muskelproteinsynthese

vollständige Stimulation möglich

nur eingeschränkt, ohne vollständiges Substrat

Wissenschaftliche Evidenz

gut belegt

schwach und inkonsistent

Praktischer Nutzen

sinnvoll bei niedriger Proteinzufuhr oder rund ums Training

heute kaum noch relevant im Vergleich zu EAA

Tierisches oder pflanzliches Protein – was eignet sich besser?

Zur Beurteilung der Proteinqualität werden zwei Kennzahlen genutzt. Der ältere PDCAAS-Wert berücksichtigt die Verdaulichkeit nur eingeschränkt und kann pflanzliche Proteine teils überschätzen. Der neuere DIAAS-Wert bewertet die Verdaulichkeit einzelner essenzieller Aminosäuren genauer und gilt heute als moderner Standard.


  • Unterschiede zwischen Proteinquellen: Eine Auswertung von Herreman et al. zeigt, dass tierische Proteine im DIAAS im Durchschnitt höhere Werte erreichen als die meisten pflanzlichen Einzelquellen, wobei Sojaprotein zu den leistungsstärksten pflanzlichen Alternativen zählt (5).
  • Kombination pflanzlicher Proteine: Pflanzliche Proteine enthalten häufig limitierende Aminosäuren. Durch die Kombination verschiedener Quellen, etwa Hülsenfrüchte und Getreide, lässt sich dieses Defizit ausgleichen und ein vollständiges Aminosäureprofil erreichen.
  • Gesamtbilanz entscheidend: Studien zeigen, dass bei ausreichender Gesamtproteinzufuhr Muskelaufbau und Kraftzuwächse bei veganer und omnivorer Ernährung vergleichbar sein können (6). Entscheidend sind somit Gesamtmenge und Qualität der Proteinversorgung, nicht ausschließlich die Herkunft.
Ausgewogene Mahlzeit mit Hähnchen, Quinoa, Avocado und Gemüse für eine proteinreiche Ernährung bei Muskelaufbau.

Die besten Proteinquellen für Muskelaufbau

Für eine ausgewogene Ernährung bei Muskelaufbau mit gutem Eiweißbedarf Muskelaufbau lohnt sich der Blick auf unterschiedliche Proteinquellen, da sie sich in Menge, Aminosäureprofil und Zusatznutzen unterscheiden.


Lebensmittel

Portion

Protein pro Portion

Biologische Wertigkeit

Besonderheit

Eier

2 Stück

ca. 13 g

ca. 100 (Referenzwert)

Sehr hohe Proteinqualität, oft als Referenzprotein genutzt

Magerquark

200 g

ca. 24 g

ca. 81

Hoher Caseinanteil, langsame, gleichmäßige Proteinfreisetzung

Griechischer Joghurt

200 g

ca. 20 g

ca. 83

Kombination aus Molken- und Caseinprotein

Hähnchenbrust

150 g

ca. 35 g

ca. 80–83

Vollständiges Aminosäureprofil, hoher Leucingehalt

Lachs

150 g

ca. 30 g

ca. 75–90 (je nach Fischart)

Zusätzlich Omega-3-Fettsäuren

Tofu (Soja)

150 g

ca. 12 g

ca. 84–86

Eines der wenigen pflanzlichen Proteine nahe an tierischer Qualität

Linsen

200 g gekocht

ca. 18 g

ca. 64–68

Pflanzlich, ballaststoffreich, limitierend: Methionin

Haferflocken

100 g

ca. 13 g

ca. 54–57

Gut kombinierbar mit Hülsenfrüchten für vollständiges Profil

Mandeln

30 g

ca. 6 g

ca. 50

Sinnvolle Ergänzung, aber kein vollständiges Protein

Kartoffel + Ei (Kombination)

200 g Kartoffel + 1 Ei

ca. 11 g

ca. 136

Klassisches Beispiel für den Ergänzungseffekt

Protein Timing – wann sollte Protein gegessen werden?

Rund um das Protein Timing bei der Ernährung bei Muskelaufbau kursieren viele Mythen, allen voran das sogenannte anabole Fenster, in dem Protein angeblich innerhalb weniger Minuten nach dem Training aufgenommen werden muss.


Entscheidend ist jedoch nicht ein enges Zeitfenster rund ums Training, sondern die gleichmäßige Verteilung der täglichen Proteinzufuhr. Studien zeigen, dass die Muskelproteinsynthese am besten unterstützt wird, wenn die Gesamtproteinmenge auf etwa 3–4 Mahlzeiten mit jeweils ca. 20–40 g Protein verteilt wird (8).


Das oft diskutierte „anabole Fenster“ nach dem Training ist dabei deutlich weniger relevant als lange angenommen. Eine Meta-Analyse zeigt, dass der genaue Zeitpunkt der Proteinaufnahme nur einen geringen Einfluss auf Muskelaufbau und Kraftzuwachs hat, solange insgesamt ausreichend Protein aufgenommen wird (7).


Die Muskulatur bleibt zudem über viele Stunden nach dem Training aufnahmefähig für Aminosäuren. Ergänzend kann eine Proteinportion vor dem Schlafen (z. B. Casein) sinnvoll sein, da sie die nächtliche Versorgung mit Aminosäuren unterstützt und so die Regeneration begleitet (9).

Ernährung bei Muskelaufbau – muskulöser Oberkörper als Symbol für Muskelwachstum durch Krafttraining und eine ausreichende Proteinversorgung.

Sind Proteinpulver notwendig?

Proteinpulver sind kein zwingender Bestandteil der Ernährung bei Muskelaufbau, sondern in erster Linie eine praktische Ergänzung, um den täglichen Proteinbedarf einfacher zu erreichen – besonders dann, wenn feste Mahlzeiten im Alltag nicht immer gut umsetzbar sind.


  • Whey (Molkenprotein): Whey wird schnell verdaut und zeichnet sich durch einen hohen Leucingehalt aus. Dadurch eignet es sich besonders gut rund um das Training, um die Muskelproteinsynthese zeitnah zu unterstützen.
  • Casein: Casein wird deutlich langsamer verstoffwechselt und versorgt den Körper über mehrere Stunden kontinuierlich mit Aminosäuren. Es ist daher vor allem für längere Essenspausen oder als Proteinquelle vor dem Schlafengehen sinnvoll.
  • Vegane Proteinpulver: Mischungen aus pflanzlichen Quellen wie Erbse, Reis oder Soja können ein vollständiges Aminosäureprofil liefern und stellen eine praktikable Möglichkeit dar, pflanzliche Ernährungsformen gezielt zu ergänzen.
  • Erhöhter Bedarf: Besonders hilfreich sind Proteinpulver in Situationen mit erhöhtem Bedarf oder eingeschränkter Verfügbarkeit von Mahlzeiten, etwa bei viel Stress, unterwegs oder bei geringem Appetit nach dem Training.

Grenzen: Trotz ihrer Vorteile ersetzen Proteinpulver keine ausgewogene Ernährung. Sie liefern im Vergleich zu vollwertigen Lebensmitteln kaum Mikronährstoffe oder Ballaststoffe. Wenn der Proteinbedarf bereits über die normale Ernährung gedeckt ist, sind zusätzliche Shakes für den Muskelaufbau nicht notwendig.

Ernährung bei Muskelaufbau: Häufige Fehler vermeiden

Auch bei einer grundsätzlich guten Ernährung bei Muskelaufbau schleichen sich immer wieder typische Fehler ein, die den Fortschritt unnötig bremsen können.


  • Zu wenig Protein: Häufig wird die tatsächlich aufgenommene Proteinmenge unterschätzt, sodass die empfohlenen 1,4 bis 2,0 g pro Kilogramm Körpergewicht nicht erreicht werden.
  • Ungleichmäßige Proteinverteilung: Wenn der Großteil des Proteins erst abends aufgenommen wird, bleiben Frühstück und Mittagessen oft zu proteinarm, wodurch Potenzial für die Muskelproteinsynthese über den Tag hinweg ungenutzt bleibt.
  • Fokus auf einzelne Aminosäuren: Die alleinige Orientierung an BCAA greift zu kurz, da für eine effektive Muskelproteinsynthese alle essenziellen Aminosäuren benötigt werden.
  • Einseitige Proteinquellen: Wird die Proteinzufuhr überwiegend aus wenigen oder qualitativ eingeschränkten Quellen gedeckt, kann das Aminosäureprofil ungünstig ausfallen und limitierend wirken.
  • Unterschätzte Energiezufuhr: Selbst bei ausreichender Proteinzufuhr bleibt Muskelaufbau ohne genügend Gesamtkalorien, idealerweise in einem leichten Überschuss, deutlich eingeschränkt.

Für einen erfolgreichen Muskelaufbau sind nicht nur Proteine wichtig. Kohlenhydrate liefern schnell verfügbare Energie für intensive Trainingseinheiten und unterstützen die Leistungsfähigkeit. Fette dienen als langfristige Energiequelle und sind zudem wichtig für Hormonstoffwechsel und Regeneration.

Fazit

Im Rahmen der Ernährung bei Muskelaufbau entscheidet nicht die höchste Proteinmenge über den Muskelaufbau, sondern eine Kombination aus ausreichender Gesamtzufuhr, hochwertiger Proteinqualität, einer guten Versorgung mit essenziellen Aminosäuren und einem strukturierten Krafttraining. 


Wer diese Faktoren berücksichtigt, schafft die besten Voraussetzungen für langfristige Fortschritte. Wer zusätzlich auf strukturierten Trainingsplan für den Muskelaufbau, ausreichend Schlaf und Regeneration achtet, hat die wichtigsten Stellschrauben für nachhaltigen Muskelaufbau in der Hand.

Unser Experte

Portrait Robert Appuhn

Robert Appuhn

Heilpraktiker, Ernährungsberater

Schwerpunkte:
Mikronährstoffe | Orthomolekulare Therapie

Wie wichtig ist die Ernährung bei Muskelaufbau?

Die Ernährung bei Muskelaufbau ist entscheidend, da sie die Grundlage für die Muskelproteinsynthese liefert und darüber bestimmt, wie effektiv Trainingsreize in Muskelmasse umgesetzt werden.

Wie viel Protein braucht die Ernährung bei Muskelaufbau pro Tag?

Die Ernährung bei Muskelaufbau erfordert in der Regel etwa 1,4 bis 2,0 g Protein pro Kilogramm Körpergewicht täglich, um optimale Bedingungen für Muskelaufbau zu schaffen.

Welche Rolle spielen Aminosäuren in der Ernährung bei Muskelaufbau?

In der Ernährung bei Muskelaufbau sind insbesondere essenzielle Aminosäuren entscheidend, da sie als direkte Bausteine für neues Muskelgewebe dienen.

Welche Rolle spielen Aminosäuren in der Ernährung bei Muskelaufbau?

Im Rahmen des Muskelaufbau Trainingsplan profitieren Anfänger meist von Ganzkörpertraining, während Fortgeschrittene oft mit Split-Plänen effizienter trainieren können.

Ist pflanzliche Ernährung bei Muskelaufbau genauso effektiv wie tierische?

Die Ernährung bei Muskelaufbau kann auch rein pflanzlich effektiv sein, wenn verschiedene Proteinquellen kombiniert werden, um ein vollständiges Aminosäureprofil zu erreichen.

Sind Proteinshakes in der Ernährung bei Muskelaufbau notwendig?

Proteinshakes sind in der Ernährung bei Muskelaufbau nicht zwingend erforderlich, können aber helfen, den täglichen Proteinbedarf einfacher zu erreichen.

Was ist der Unterschied zwischen EAA und BCAA in der Ernährung bei Muskelaufbau?

In der Ernährung bei Muskelaufbau sind EAA vollständiger und effektiver als BCAA, da sie alle essenziellen Aminosäuren für die Muskelproteinsynthese enthalten.

Referenzen zum Nachlesen
  1. Jäger R, Kerksick CM, Campbell BI et al. International Society of Sports Nutrition Position Stand: protein and exercise. J Int Soc Sports Nutr 2017; 14:20. 
  2. Bauer J, Biolo G, Cederholm T et al. Evidence-Based Recommendations for Optimal Dietary Protein Intake in Older People: A Position Paper From the PROT-AGE Study Group. J Am Med Dir Assoc 2013; 14(8):542–559. 
  3. Witard OC, Jackman SR, Breen L, Smith K, Selby A, Tipton KD. Myofibrillar muscle protein synthesis rates subsequent to a meal in response to increasing doses of whey protein at rest and after resistance exercise. Am J Clin Nutr 2014; 99(1):86–95. 
  4. Wolfe RR. Branched-chain amino acids and muscle protein synthesis in humans: myth or reality? J Int Soc Sports Nutr 2017; 14:30. 
  5. Herreman L, Nommensen P, Pennings B, Laus MC. Comprehensive overview of the quality of plant- and animal-sourced proteins based on the digestible indispensable amino acid score. Food Sci Nutr 2020; 8(10):5379–5391. 
  6. Hevia-Larraín V, Gualano B, Longobardi I et al. High-Protein Plant-Based Diet Versus a Protein-Matched Omnivorous Diet to Support Resistance Training Adaptations: A Comparison Between Habitual Vegans and Omnivores. Sports Med 2021; 51(6):1317–1330. 
  7. Schoenfeld BJ, Aragon AA, Krieger JW. The effect of protein timing on muscle strength and hypertrophy: a meta-analysis. J Int Soc Sports Nutr 2013; 10:53. 
  8. Areta JL, Burke LM, Ross ML et al. Timing and distribution of protein ingestion during prolonged recovery from resistance exercise alters myofibrillar protein synthesis. J Physiol 2013; 591(9):2319–2331. 
  9. Res PT, Groen B, Pennings B et al. Protein ingestion before sleep improves postexercise overnight recovery. Med Sci Sports Exerc 2012; 44(8):1560–1569. 

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