STOPP! Die Selbstbestimmung von Kindern fördern

Kinder sind unsere Zukunft. Für Eltern steht der Schutz der eigenen Kinder an oberster Stelle. Daher ist es wichtig, ihnen Respekt und Selbstbestimmung beizubringen - insbesondere, wenn es um ihren eigenen Körper geht. Kinder haben Rechte und müssen lernen, Grenzen zu setzen.

Warum ist Selbstbestimmung für Kinder wichtig?

Körperliche Selbstbestimmung bei Kindern ist leider noch keine Selbstverständlichkeit. Gerade wenn sie noch sehr klein sind, sind sie Erwachsenen oft ausgeliefert und darum ist es essenziell, ihnen zu zeigen, dass sie „Nein" sagen dürfen. Indem wir das Selbstbewusstsein unserer Kinder fördern, schützen wir sie gleichzeitig vor ungewollter Nähe, Übergriffen und Gewalt. Das Ansprechen von Kindern oder Berührungen von fremden Personen sind beispielsweise Situationen, auf die wir unsere Kinder vorbereiten müssen. Kinder, die wissen, wie sie sich dabei verhalten sollen, haben dabei einen klaren Vorteil.

Wie bringe ich meinem Kind bei, sich durchzusetzen?

Du möchtest ihm zeigen, wie es selbst Entscheidungen trifft und sich durchsetzen kann, wenn es darauf ankommt? Wir haben hier ein paar Tipps für dich zusammengefasst:

1. Selbstbestimmung durch Kommunikation und Offenheit

Eltern und Bezugspersonen sprechen am besten von Anfang an offen und ehrlich mit Kindern über ihren Körper und Gefühle. Dabei ist es wichtig, die korrekten Begriffe zu verwenden und keine Scheu vor Tabuthemen zu haben. So können Kinder lernen, dass es normal ist, über solche Themen zu sprechen. Sie fühlen sich sicher, wenn sie Fragen haben oder ihre Gefühle äußern möchten. Erkläre ihnen, dass sie selbstbestimmen können, wer sie berühren darf und wer nicht.

2. Hole Angehörige und Bezugspersonen mit ins Boot

Dass Kinder selbst entscheiden dürfen, wen sie küssen und wen nicht, ist besonders wichtig. Aber wir kennen es alle: Die Tante ist zu Besuch und möchte unbedingt ein Küsschen von ihrem geliebten Neffen. Doch dieser weigert sich. Was nun?

In solchen Situationen ist es wichtig, dem Kind diese Grenze zuzugestehen. Nimm die Entscheidung deines Kindes ernst und unterstütze es dabei, sie durchzusetzen. Wenn es merkt, dass es ernst genommen und respektiert wird, förderst du das Selbstbewusstsein. Sprich mit Freund:innen und Verwandten über dieses Thema und bitte sie, die Wünsche deines Kinder zu akzeptieren.

3. Der richtige Umgang mit unangenehmen Situationen

Bereite dein Kind auf mögliche Übergriffe vor. Erkläre ihm, dass es Menschen geben kann, die seine Grenzen nicht respektieren. Sprich mit ihm darüber, wie es sich in solchen Situationen verhalten könne, zum Beispiel, indem es laut "Nein" sagt, sich losreißt oder Hilfe sucht. Erkläre ihm auch, dass es wichtig ist, über solche Erlebnisse mit Vertrauenspersonen zu sprechen.

4. Das Selbstbewusstsein deiner Kinder stärken

Ein starkes Selbstbewusstsein ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Kinder in der Lage sind, ihre eigenen Grenzen überhaupt erst zu setzen und sich zu wehren, wenn diese nicht gewahrt werden. Du kannst das fördern, indem du deinem Kind täglich Verantwortung überträgst, nach seiner Meinung fragst und es regelmäßig mitbestimmen lässt.

5. Sei ein Vorbild und setze eigene Grenzen

Kinder beobachten, wie sich ihre Eltern in Alltagssituationen verhalten. Zeige daher am besten immer selbst Empathie und Respekt im Umgang mit anderen Menschen. Halte fremden Menschen die Tür auf, sei freundlich und hilfsbereit. So lernt dein Kind automatisch, dass man auf die Bedürfnisse und Grenzen anderer achten soll.

Indem du selbst eigene Grenzen setzt und diese klar kommunizierst, merkt dein Kind, dass auch Erwachsene das Recht haben “Nein” zu sagen, wenn sie etwas nicht möchten. Auch hier wirst du selbst zum Vorbild.

Fazit

Ein respektvoller Umgang mit dem eigenen Körper und dem Körper anderer ist eine wichtige Grundlage für ein gesundes Selbstbild und ein harmonisches Zusammenleben. Sei daher konsequent und sprich regelmäßig mit deinem Kind über diese Themen. Indem wir die Selbstbestimmung unserer Kinder fördern, tragen wir aktiv dazu bei, sie auf verschiedene Herausforderungen vorzubereiten.

Quellen:

Erziehung